Fitzcarraldo
Neben der offensichtlichen Metaphorik des Künstlers, der an der Vision seines Kunstwerkes unermüdlich festhält, ist vor allem die Betrachtung des dargestellten Kulturkontaktes als faszinierend zu bezeichnen. Während Fitzcarraldos Geldgeber und dessen Umfeld (hochnäsige, privilegierte Bürger) keinerlei Interesse an den Opernstücken zeigen, die Fitzcarraldo ihnen vorspielt, scheinen die peruanischen Ureinwohner offen für die neuartige Kunst zu sein, der sie noch nie zuvor begegnet sind. Dabei ist das Schiff selbstverständlich auch als Kunstwerk zu betrachten, an welchem die Ureinwohner mit praktizieren.
So steht Fitzcarraldos Durchführung seines fast unmöglichen Traums letztendlich auch für das Erleben der Kunst selbst; ein Erleben, für das es kein Verständnis benötigt und eben nicht geradlinig verläuft, sondern über Umwege Kontakte zu neuen Gedankenwegen knüpft. Wege, die noch nie zuvor begangen worden sind, und daher umso gefährlicher wirken.
(Achtung, wilde Überleitung!) Um den lieben Shindy aus dem Song 554 zu zitieren:
„*Manchmal denkt man, kein Mensch versteht, was ich hier mache
Gleichzeitig das beste Gefühl, das ich je hatte“*
#werner herzog#arthaus plus