Death Proof
Feiern bis der Stuntman kommt
Uma Thurman in Kill Bill und Pulp Fiction, Pam Grier in Jackie Brown, Melanie Laurent in Inglorious Basterds und Jennifer Jason Leigh in The Hateful Eight. In Quentin Tarantinos Filmen gibt es einige großartige Frauenfiguren aber ein Film hat nicht nur ein oder zwei tolle weibliche Charaktere, sondern einen ganzen Haufen und das ist Death Proof.
Vanessa Ferlito, Sydney Thomas Poitier, Jordan Ladd, Rose McGowan, Rosario Dawson, Zoe Bell, Tracie Thoms und Mary Elisabeth Winstead spielen acht ganz fantastische Charaktere. Sie sind cool, lustig, sexy, lässig, mutig, verrückt, locker und so viel mehr. Ihnen gegenüber steht natürlich Kurt Russell als Stuntman Mike, ein herrlich fieser Psychopath samt bedrohlicher Karre.
Für mich ist Death Proof ein durch und durch feministischer Film. Vielleicht sogar im besten Sinne ein männerfeindlicher Film. Jeder Typ in Death Proof ist übergriffig, dämlich, lächerlich und/oder bedrohlich. Ein Großteil der Laufzeit wird ganz selbstverständlich den Gesprächen der weiblichen Figuren untereinander gewidmet. Hier wird "einfach nur" über Alltagsprobleme gesprochen und das ist so großartig. Dabei kommt der Film nicht ohne einen Male Gaze aus - im Gegenteil. Ich würde sagen, Tarantino spielt bewusst mit diesem objektifizierenden Blick auf Frauen durch Männer, wenn er langsamen Kamerafahrten an den Beinen der Protagonistinnen entlang fährt oder Stuntman Mike vor seiner Tat in die Kamera zwinkert. Uns wird als Publikum immer wieder die voyeuristische männliche Perspektive aufgezwungen. Am Ende wird die fragile Männlichkeit des Killer dann enthüllt und er wird der Lächerlichkeit Preis gegeben. Während die Frauen aus der Opferrolle heraustreten und proaktiv handeln.
Von einer Geschichte kann hier kaum eine Rede sein. Death Proof besteht eigentlich nur aus verdammt lässigen Dialogen und zwei Actionszenen. Diese vermeintlich belanglosen Dialoge zeigen meiner Meinung nach perfekt das Können von Tarantino. Klar, die sind cool und flott aber nie reiner Selbstzweck. In der zweiten Hälfte gibt es außerdem einen richtig gelungenen One Shot! Die Action ist auf dem Papier unspektakulär aber durch die Inszenierung wirklich packend. Das Zusammenspiel aus der mitreißenden Kamera, dem präzisen Schnitt, dem wuchtigen Sound und dem coolen Score sorgt in meinen Augen für eine der coolsten Autoverfolgungsjagden überhaupt.
Apropos Score. Tarantino ist ja bekannt für seine coole und lässige Songauswahl in seinen Filmen. Mit Tracks, wie Jeepster, Chick Habit, Hold Tight, Down in Mexiko oder Baby, It's You gehört Death Proof für mich zu den Filmen mit den coolsten Songs überhaupt!
Ich hab Death Proof schon wirklich oft gesehen und es werden noch viele weitere Male folgen. Death Proof ist für mich Coolness als Film. Selbst als eine Person, die die ganzen Inspirationen von Tarantino für seinen Grindhouse Beitrag nicht gesehen hat, macht mir der Film enorm Spaß und ich erkenne die Liebe, die Tarantino für die alten Schinken haben muss.
Fazit: Mein Lieblingsfilm von Tarantino!