Hot Fuzz
"Mr Skinner, ein Baby hat in Gang sechs gekotzt."
Edgar Wright hat mit Shaun of the Dead wohl die beste Horrorkomödie und einen der besten Zombiefilme aller Zeiten geschaffen. Hot Fuzz steht gefühlt sehr im Schatten des Klassikers aber völlig zu Unrecht! Hot Fuzz ist konzeptionell so ein faszinierender Film!
Hot Fuzz ist ein sehr britisches Werk und gleichzeitig ein extrem US-amerikanischer Film. Hot Fuzz ist sowohl Hommage als auch Parodie auf den Hollywood Actionfilm der 90er und 2000er. Obendrauf gibt es noch reichlich Anleihen an Romcoms und Slasher. Wright zitiert nicht nur inhaltlich diverse bekannte Copfilme, sondern setzt die Anspielungen auch ganz wunderbar in der Inszenierung um.
Hinzu kommen Edgar Wrights Trademarks, die auch Shaun of the Dead und andere seiner Filme ausgezeichnet haben, wie der abrupte & präzise Schnitt, und das prägnante Sound Design. Es ist so schön zu sehen, wie konsequent und verspielt zugängliche Filme in der Form sein können. Bei Hot Fuzz bin ich immer wieder erstaunt, wie mit Kamera und Schnitt Stimmung und Humor erzeugt werden.
Aber auch abseits dieser formalen Brillianz ist Hot Fuzz zum Schießen lustig und sau cool! So viele Szenen sind so komisch, schräg und kultig! Ich hab Hot Fuzz, wirklich lang (zu lange) nicht mehr gesehen, und konnte mich direkt wieder an so viele Momente erinnern und fast mitsprechen. Dafür sorgt auch der perfekte Cast, der neben den beiden Hauptdarstellern Simon Pegg und Nick Frost, mit Timothy Dalton, Paddy Considine, Jim Broadbent, Bill Nighy, Olivia Coleman, Martin Freeman, David Bradley und und und, fantastisch besetzt ist. So bekommt jede noch so kleine Nebenrolle erstaunlich viel Profil.
Aber selbst das ist noch nicht alles! Obendrauf gibt es auch noch ein wunderbar bissigen Kommentar auf das vermeintlich idyllische Leben auf dem Dorf. Wright entblößt ganz wunderbar die angeblich harmlose bürgerliche Kulisse. Das hat auch die Antilopengang mit "Das Zentrum des Bösen ist der Dorfplatz" auf den Punkt gebracht. Wright entblättert hier ganz toll die oppressive, faschistische Ordnung der "perfekten" Welt zum Wohl "aller". Denn alle sind eben oft doch nicht alle.
Fazit: Meisterwerk!