Malignant
Nach einem gewalttätigen Übergriff von Ihrem Ehemann auf die schwangere Madison, wird dieser brutal ermordet.
James Wan ist wohl einer der wichtigsten modernen Horror Regisseure und mit den Reihen Saw, Conjuring und Insidious wahrscheinlich aktuell der erfolgreichste Vertreter seines Fachs. Auch wenn sein Aquaman für mich einer der besten Superheld:innenfilmen überhaupt ist, konnte ich mit seinen Genrefilmen nicht so viel anfangen - bis jetzt!
Auch wenn sämtliche Figuren ziemlich oberflächlich bleiben, funktioniert der Cast ganz gut. Annabelle Wallis und Maddie Hasson als Schwestern sind wunderbar sympathisch. Gleiches gilt für George Young als verständnisvoller Cop und Michole Briana White als skeptischere Polizistin.
Über Malignant zu schreiben, ohne zu spoilern, ist echt nicht einfach aber bereits der Prolog zeigt schon ganz gut in welche Richtung Wan möchte. Malignant ist stellenweise sehr klassisch und vermischt diverse bekannte Horror Motive, zu einem unterhaltsamen Mix. Zumindest für mich, denn Malignant kann unglaublich viel Spaß machen oder extrem lächerlich wirken. Wan lässt sich Zeit, bis er die Katze aus dem Sack lässt aber zieht dann alle Register! Das werden einige Zuschauer:innen richtig blöd finden. Mich hat schon lange kein Horrorfilm mehr so sehr unterhalten!
Sieht der Prolog noch nach einem Old School Gruselfilm der 50/60er Jahre aus, wird danach erstmal das gesamte aktuelle Horror Repertoire abgearbeitet. Wan ist dabei aber deutlich verspielter als viele seiner Kolleg:innen. Ab und zu fühlte ich mich an den Stil von Sam Raimi erinnert. Allerdings ohne abgekupfert zu wirken. Spätestens die letzten 30 Minuten werden komplett spalten. Wan wandelt hier zwischen Genie und Wahnsinn. Die einen werden es hassen und die anderen, wie ich, werden lachen, klatschen und einfach jubeln!
Fazit: Als hätte Sam Raimi Sieben verfilmen wollen, sich während der Dreharbeiten einen Drogencocktail eingeschmissen und wäre im Laufe des Films selbst wahnsinnig geworden. Grandios!