Manhunt
Ein Anwalt wird zu Unrecht des Mordes bezichtigt und gejagt.
John Woo gilt für nicht wenige als der beste Actionregisseur aller Zeiten. Ich bin Actionfan aber habe noch nicht viele seiner Filme geschaut und konnte mit bis jetzt keinem davon viel anfangen. Trotzdem habe ich nach dem Trailer echt Lust auf seinen neuen Film Silent Night, der Ende des Jahres in die Kinos kommen soll. Also habe ich mir mal seinen vorherigen Film angeschaut. Manhunt oder Notwehr enthält wohl alle von Joos Trademarks und dementsprechend bin ich auch nicht wirklich begeistert.
Manhunt ist ein ziemlich theatralischer & melodramatischer Film, was ja typisch John Woo ist und ich mag nicht, wie er das präsentiert. Die Charaktere sind mir viel zu drüber, die Dialoge sind mir viel zu ernst und die Geschichte ist mir viel zu platt. Dadurch konnte ich ganze Handlung auch null ernst nehmen. Ganz viele Szenen wirkten auf mich einfach nur unfreiwillig komisch. Im Finale dreht der Film nochmal ordentlich drauf, was überhaupt nicht zum restlichen Film passt. Statt lediglich die letzten zwanzig Minuten so zu gestalten, wäre der Manhunt wahrscheinlich deutlich unterhaltsam gewesen, wenn der Reveal viel früher enthüllt worden wäre.
John Woo hat eine besondere Art Action zu inszenieren. Es gibt wieder diverse Szenen in Zeitlupe, die total cool und krass aussehen sollen. Leider kickt das mein Actionherz kein Stück. In Manhunt kommt noch ein zum Teil ganz komischer Schnitt dazu, der wahrscheinlich bewusst so gesetzt wurde aber für mich stellenweise nach Schnittfehlern aussah. Diese Zeitlupen und der Schnitt, wodurch die Action halt total heftig aussehen soll, bewirken bei mir eher ein Schmunzeln. Wie die Handlung kann ich auch die Action einfach nicht für voll nehmen.
Besonders absurd an Manhunt wirkt auf mich der digitale Look bzw. Woos Inszenierung mit dieser Technik. Er nutzt Zeitlupen, Zeitraffer, Unschärfe, Lichteffekt, spielt mit dem Kontrast und mehr. Es scheint so, als hätten er und seine Crew in der Post Production einfach alles ausprobieren wollen, was die Effekte her geben.
Fazit: Wieder kein John Woo Film für mich