My Name
Nach dem Tod ihres Vaters möchte sich Ji-woo rächen und begibt sich dafür auf einen dunklen Pfad.
Ich liebe stylische Actionfilme mit coolem Soundtrack und brachialer Action. Die Handlung ist in solchen Filmen meistens Nebensache aber trägt natürlich zur Atmosphäre bei. Bei My Name, einer Serie mit acht Folgen und fast 400 Minuten Laufzeit, war ich skeptisch, ob die simple Rachegeschichte so lange trägt. Tut sie.
Über die acht Folgen entwickelt sich aus der verzweifelten und trauernden Jugendlichen eine fähige Kämpferin und von Rache getriebene Frau. Diese Wandlung bringt Hauptdarstellerin So-hee Han perfekt rüber. Sie liefert sowohl die nötige Härte als auch die Verletzlichkeit. Neben ihr brilliert Hee-soon Park als Mentor und Gangsterboss. Seine Performance, besonders in den letzten Folgen, hat mich umgehauen!
My Name bietet einige Action Sequenzen und die sind auch toll inszeniert aber über die gesamte Länge der Serie sind es mir leider zu wenig. Über weite Strecken ist My Name eher ein Rache-/Gangsterthriller als pure Action. Das ist nichts schlechtes aber wichtig für die Erwartungshaltung. Wenn es knallt, dann macht das ziemlich viel Laune, denn die Action ist wirklich dynamisch, wuchtig und blutig. Das erreicht zwar nie das Niveau von The Raid 2 oder John Wick 4 aber ist richtig cool!
Dir Geschichte läuft die üblichen Rache Plotpunkte ab. Was erzählt wird, ist also nichts Neues aber trotzdem habe ich mich nie gelangweilt. Es kommt halt nicht unbedingt auf das Was, sondern auf das Wie an. Der "zentrale" Plottwist ist auch echt nicht überraschend aber dank dem überzeugenden Cast und der schicken Inszenierung hat mich das überhaupt nicht gestört.
Allerdings werde ich mir die Serie vermutlich nicht noch mal anschauen. Das ist aber eher ein persönliches "Problem". Mit dem großartigen Cast, der fähigen Crew, der soliden Handlung und dem Budget hätte My Name für mich als Film wahrscheinlich nochmal deutlich besser funktioniert.
Fazit: Eine wirklich gelungene düstere Rachegeschichte auf Netflix