Obsession
Ok ich bin kein Fan von Horror, jeder mit denen ich über Filme spreche erfährt das innerhalb der ersten 2 Stunden. Und das liegt nicht mal am Genre selbst, ich liebe viele Horror Games, sondern es haben mich die meisten einfach nie sonderlich gefesselt. Dieser Indie Film hier aber, vom 26 Jahre jungen Curry Barker, macht genau das was ich mir vom Genre immer gewünscht habe. Horror zu kreieren durch das Writing, die Szenerie und den Performances. Ich will nicht zu viele Worte über den Plot und dessen Bedeutung verlieren, das hat vermutlich jeder schon ausgekaut. Bear ist ein manipulativer, narzisstischer Feigling, der eine Frau ihre Autonomie und Selbstbestimmung beraubt, weil er denkt, dass er ein Anrecht auf ihre Liebe hat. Ich denke so kann man das ziemlich gut zusammenfassen. Aber die Szenen in denen Curry Barker uns das darstellt? Fabelhaft.
Ich denke der Peak des Films, und die Szene die mir das unangenehmste Gefühl gegeben hat, war die Szene wo Nikki Bear anbettelt sie umzubringen. Der Film verlässt sich nicht auf Jumpscare SLOP, sondern es wird dieser unfassbar verstörende Plotpoint, und zwar dass die wahre Nikki alles im Unterbewusstsein mit erlebt, benutzt um Spannung und Atmosphäre aufzubauen. Tatsächlich ist es aber nicht Nikkis "Please kill me" was mir dieses Gefühl gab, sondern viel eher Bears Antwort, er hinterfragt nämlich nur ob eine Beziehung mit ihn denn so schlimm wäre, anstatt sich um Nikkis Wohlergehen zu kümmern. Ultimativ führt es dann zu Sarahs Tod. Ich fand auch die Szene großartig wo er den Ladenbesitzer anschreit, und ihn die Schuld gibt für den Verkauf des One Wish Willows. Wieder sucht Bear die Schuld bei jmd anderem, also zeigt die Kamera dann auf ihn, wie er im Spiegel schaut. Ja gut, ein Spiegel zu benutzen um die Fehler eines Charakters zu reflektieren ist jetzt auch keine besondere Innovation, aber es ist kohärent und passt gut zu Bears charakter.
Hab ich außerdem schon die Performances erwähnt? Der ganze Cast war großartig, aber ja, Inde Navarette owned diesen Film. Was ich vor allem geliebt habe war diese Expression im Gesicht, ihr Frown zum Beispiel, oder auch ihre Schreie, die ich so liebe, weil die sich einfach authentisch anhören, so schreien Leute legit in Diskussionen, es ist nicht aufgesetzt oder wannabe paranormaler horror slop. Wie gesagt, kein Jumpscare ist es, der den Film die Atmosphäre verleiht, sondern überraschanderweise nicht mehr als die Performance einer jungen Schauspielerin. Ist das nicht mal erfrischend zu sehen?
Leeeeider gibt es denn dann doch irgendwo typische dumme Horror Tode, naja eigentlich nur einen, aber er war dumm genug um mich zu nerven vor allem weil es so am Ende des Films war. Ian… was für ein Grund hast du zurück zu Bears Haus zu gehen? Du weißt dass Nikki da ist, du hast gesehen dass der One Wish real ist, und Bear hat doch mit eigenen Augen das Geld gesehen? Kannst du dir nicht denken dass du getötet wirst?
Trotz all dem, phänomenaler Film, unglaublich riesen Respekt für das gesamte Team.