Fallen Leaves
Holappa. Seinen Vornamen weiß ich nicht.
Fallende Blätter ist ein Film über stillschweigende Kameradschaft, Zuneigung und Freundschaft. Man mag's als Karikatur nordischer Zuneigung auslegen, aber für mich ist es viel mehr ein Geständnis dieser nie ganz ausgesprochenen Liebe für den Kollegen gleichwie für den Café-Schwarm, die wir am ehesten um 2 Uhr früh nach unserem sechsten Bier fühlen. Still, aber echt.
Mein Vater hat sich totgesoffen. Mein Bruder auch. Und meine Mutter starb vor Kummer.
Der Film trägt Melancholie nicht als anschwellende These der Klimax, sondern webt sie sich in jede Faser seines Wesens. Die Stille, die seltsam heruntergekommene Nostalgie sind nicht nur Set-Dressing, sondern das Main Event. Wir glauben jeden Blick ins Nichts, wir hoffen, wir jubeln, aber vor allem sehen wir uns selber.
Der Regen putzt die Fenster, ich brauch es nicht selbst zu tun.
Und so fließen wir durch eine Welt, die mehr gemalt ist, als gefilmt, so hyperreal und doch absichtlich sieht sie aus. Manchmal leben wir auch in dieser Welt, manchmal fühlen wir uns nur so. Aber wir alle kennen sie. Man mag sie fast anfassen.
So ein Auftritt spricht sich doch rum.
Blues Brothers Finland hier hat die am schönsten anzusehenden Figuren die ich seit langem angucken konnte und die Dialoge sind fast so präzise aus Holz geschnitzt, wie ihre Gesichter. Ein Musical für vertane Chancen, vergeigte Jobs, verflossene Lieben und eine Liebeserklärung für die unter uns, die manchmal die Hoffnung aufgeben mögen.
Ah, und fick diesen verdammten Krieg.