Obsession
Seit ich vor paar Stunden aus dem Kino zurück gekommen bin hat der Film mich nicht losgelassen. Ich bin voll drauf reingefallen dass am Anfang Bear als likeable portraitiert wird und hab das auch so empfunden. Zwar ist er bisschen ein Loser ohne Selbstwert Gefühl, das passt aber auch so zum Bild des konventionellen Protagonisten. Sein wahrer Charakter offenbart sich erst mit der Zeit im Laufe vom Film.
Dass er dumme Entscheidung trifft ist klar aber erst wenn man drüber nachdenkt stellt man fest wie gravierend und ekelhaft diese sind. Erst will er den Wunsch nur ändern anstatt komplett rückgängig zu machen und auch diese sex szene ist ja kompletter rape und wird auch als solcher dargestellt. Beides ist mir aufgefallen und ich fands auch komplett weird aber ich hab dem nicht so große Beachtung geschenkt und wieder vergessen. Das liegt vor allem daran dass die Horror Elemente in dem Film so gut gemacht sind und man Nikki wirklich auch wie ich finde die Bedrohung abkaufen kann die sie darstellt. Das lenkt von der Art ab wie beschissen Bear mit der Situation umgeht was eher in einer subtilen Ebene im Film zu finden ist.
Am Anfang bis zu einem gewissen Punkt kann man noch sympathie zu ihm empfinden. To be fair an seiner Stelle ist es genauso unwahrscheinlich dass Nikki von einem Tag auf den anderen komplett in ihn verliebt ist wie dass dieses Wunsch Ding funktioniert deswegen kann man ihm erstmal nicht ankreiden dass er es von Anfang an hätte checken sollen zumindest bis zu der Szene im Restaurant wo ers dann ja auch kapiert. Ab diesem Punkt verliert seine Verteidigung jedoch ihre Grundlage. Dass er danach mehmals die Chance verstreichen lässt, mit seinen ohnehin misstrauischen Freunden zu reden, zeigt deutlich seine Passivität und Willenlosigkeit, etwas an der Situation zu ändern.
Bei der Mitte vom Film denkt man dann es gibt keinen Ausweg mehr und egal was jetzt noch getan wird, es wird so oder so schlecht für alle enden. Denn entweder bringt er sie um oder sich selber. Einen anderen Ausweg habe jch erst gar nicht gesehen bis dann der Film zum Schluss aufzeigt was den noch möglich gewesen wär. Es wird regelrecht mit dem Finger darauf gezeigt dass der Ansatz mit einem weiteren Wunsch hätte funktionieren können wäre er früher erforscht und mit mehr Ausführlichkeit durchdacht worden. Stattdessen wartet Bear bis zum Schluss weil er sich immernoch an Nikki klammert und versucht sich da irgendwie mit zu arrangieren was ihn halt komplett zum Abuser und zum Egoisten macht.
Es gibt noch so viel was man über den Film schreiben kann und ich kann mich auch nicht dran erinnern wann ich mich zuletzt so intensiv mit dem geschauten Film beschäftigt habe. Deswegen absolut Peak.