Bring Her Back
Das grundlegendste zuerst: Wow!
"Bring Her Back" ist wohl genau jener Film, nach dem ich so lange im dunklen Saal gesucht habe. Danny und Michael Philippou orchestrieren hier eine emotionale Dissonanz, die mich auf einer Ebene traf, auf der weder Boyle, Peele noch Demme je wirklich Resonanz erzeugen konnten. Ich habe mich gegruselt. Ich saß im Kinosessel, halb fasziniert, halb angewidert, die Hände vor dem Gesicht und Mund, und wusste nicht ob ich mein Popcorn in meinem Magen oder aus meinem Magen hinaus wollte.
Wenn ich bei einem Film überlege doch noch auf 5 Sterne hoch zu gehen, dann bei diesem hier.
Die Charaktere sind auf eine Perfektion hin inszeniert und zeigen eine emotionale tiefe die mich am Ende des Filmes im Kino laut (!) weinen ließen.
Die Story selbst verläuft im Grunde genommen geradlinig, ohne sich in übermäßig abstrakte Nebenhandlungen zu verlieren. Dennoch offenbaren die verschiedenen Figurenkonstellationen dem Zuschauer ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht, das den erzählerischen Kern des Films lebendig und spannend hält.
Der Horror in diesem Film ist einer wie noch nie zuvor gesehen. Eine Mischung aus Body Horror in Verbindung eines psychischen einzigartigen Thrillers, welcher mit Ritualen und grotesken Visualisierungen als auch auditiven Darstellungen den klassischen Schock-Horror auf eine psychisch-poetisch neue Ebene hebt.
Während des gesamten Films bleibt die beklemmende Frage bestehen: Wann passiert endlich etwas, und viel drängender noch: Was ist es überhaupt, das da passieren soll? Bring Her Back weiß wie man genau dieses Gefühl der Ungewissheit hautnah beibringt. Jede Einstellung, jeder Blick als auch jedes noch mysteriöse Detail gibt das Gefühl näher an das zu rücken, was unausweichbar scheint.
Es lässt sich viel über diesen Film erzählen, doch die kineastischen Bilder sprechen mehr als tausend Worte. Schaut ihm euch an!