Vertigo
Ich musste Vertigo zweimal schauen, bevor ich überhaupt irgendwas dazu schreiben konnte. Beim ersten Mal war ich einfach nur lost, alles war so weird, langsam, fast traumhaft und dann, beim zweiten Mal, hat es einfach geklickt. Dieser Film ist keine Liebesgeschichte, es ist eher eine Obsession. Scottie verliebt sich nicht in eine Person, sondern in ein Bild, in eine Idee und das zerstört ihn. Hitchcock zeigt das auf so eine mind-blowing Art, dass man sich selbst fragt, was echt ist und was nur im Kopf passiert. Was mich komplett fertig gemacht hat, war die Metapher mit dem Turm. Dieser Turm ist wie sein Kopf, jedes Stockwerk ist eine andere Schicht seiner Angst, seiner Schuld, seiner Sehnsucht und als er am Ende endlich hochkommt, ist da keine Erlösung, nur Leere. Diese Szene bleibt hängen und dann dieses Licht, diese Farben, diese Musik...das ist einfach pure cinema. So hypnotisch, dass man fast mit Scottie zusammen den Verstand verliert. Vertigo ist kein Film, den man einfach sieht. Man erlebt ihn und er bleibt da, irgendwo tief drin, wo man ihn gar nicht mehr richtig rauskriegt