


Überraschend witzig und deutlich weniger traurig, als ich bei der Thematik erwartet hätte. Gerade das macht den Film so angenehm und leicht verdaulich: Er nimmt sich selbst nicht zu schwer, ohne dabei komplett die emotionalen Momente zu verlieren. Achtung Spoiler: Besonders hängen geblieben ist mir die Szene, in der Grace „Auf Wiedersehen“ sagt und Rocky daraufhin erwidert, dass sie sich nicht wiedersehen werden. Das hat mich mehr zum Nachdenken gebracht: Wie oft verabschiedet man sich im echten Leben von jemandem, ohne zu wissen, dass es das letzte Mal ist? Und wie viel schwerer wiegt so ein Abschied, wenn man es eben doch weiß. Gleichzeitig war ich überrascht, wie viele kleine „Happy Endings“ der Film einbaut. Das macht ihn zwar zugänglicher, nimmt ihm aber ein Stück weit die emotionale Tiefe, da wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Film gut. Du schauen, Frage?

Ist jetzt schon ein paar Wochen her, seit ich ihn gesehen habe – aber was hängen geblieben ist, ist vor allem ein Gefühl: Dieser Film überträgt Emotionen extrem stark auf den Zuschauer. Man ist die ganze Zeit angespannt, nervös, genervt, angewidert, enttäuscht, mitfühlend irgendwas ist immer. Und genau das ist m.M.n. seine größte Stärke. Dazu kommen tolle Szenen mit scharzem Humor, die das Ganze immer wieder auflockern, ohne die Wirkung zu zerstören. Achtung Spoiler: Was mich dann überrascht (und auch etwas irritiert) hat: dieses fast schon perfekte Happy End. Er besiegt seinen Rivalen und findet sein Glück mit seinem Kind. Der Film arbeitet die ganze Zeit darauf hin, dass genau das nicht passieren wird und dann passiert es doch. Fühlt sich fast schon zu „sauber“ an im Vergleich zu dem, was vorher aufgebaut wurde. Schauspielerisch aber eine richtig starke Leistung von Timothée Chalamet. Auch wenn ich mich für Michael B. Jordan bei Sinners freue, hier hat Chalamet für mich die beeindruckendere und tiefere Einzelleistung abgeliefert.

Ich habe lediglich die ersten 40 Minuten geschaut, fand diese aber so schlecht, dass ich abbrechen musste.