Love Actually
Das Cineplex Fürth ist meine persönliche Hölle.Im Verlauf der letzten anderthalb Jahren sind Kinos für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Selten bin ich so entspannt, selten so konzentriert, wie ich es in einem weichen Sessel vor einer Leinwand bin.Die tosende Reizüberflutung, zusammengesetzt aus Kindergeschrei, grellem Licht und den aktuellen Charts über Lautsprecher, hat mir heute jedoch wieder einmal vor Augen gehalten, warum ich das Cineplex nur noch aus triftigem Grund betrete. Und mit meinen Eltern Love Actually zu sehen, erschien mir nach einem.Und siehe da... Kaum gingen die Lichter aus und der Film los, hat es sich beinahe so wohlig angefühlt, wie in meinen liebsten Programmkinos. Ausgeblendet waren die knurpsenden Teenager, die tratschenden Omas und das pochende Kopfweh. Love Actually ist Feelgood par excellence. Der Film fühlt sich einfach so rund an: keine Szene ist zu lang, und dennoch hat jede Geschichte genügend Tiefgang. Die Liebe zum Detail ist charmant, die Performances überragend und jeder Gag zündet. Kaum ein Skript ist so geistreich und zitierbar. Und wer den Film lediglich als kitschige, dämliche Gefühlsduselei abschreibt, der muss nochmal genauer hinsehen. Denn auch durch seine Ehrlichkeit hebt sich Love Actually aus dem Morast der seichten RomComs ab. Zwischen One-Linern und schlagfertigen Dialogen zeigt sich beinahe jede Figur verletzlich. Mit seiner subtilen Melancholie, die aber stets auch etwas Hoffnungsvolles hat, erzeugt der Film eine einzigartige Stimmung. Das gelingt natürlich auch nur dank der großartigen Schauspieler, die nicht nur alle verdammt talentiert sind, sondern gemeinsam auch den heißesten Cast seit The Talented Mr. Ripley (1999) bilden.Denn eines weiß ich sicher: Wenn es einen Grund gibt, sich ins Cineplex zu schleppen, dann sind es Hugh Grant und Keira Knightley.