Cowboy Bebop
Ohne Frage meine persönliche Lieblings-Serie des Jahres.
Gestoßen bin ich zu dieser Serie eigentlich über einen Podcast, welchen ich bei der Arbeit gehört habe. Im Podcast ging es um die 5 liebsten Animationsserien der beiden Hosts und an zweiter Stelle bei Beiden war dann „Cowboy Bebop“. „Cowboy Bebop“? Ja genau der Anime der mir seit ich gefühlt Netflix besitze immer wieder vorgeschlagen wird. Genau der Anime dessen Cover mich überhaupt nie angesprochen hat. Aber naja, wie sagt man so schön?: „Never judge a book by its cover“.
Ich hab mich direkt nach der ersten Folge bereits in die Serie verliebt. Während der unfassbar wunderschöne Animationsstil die Welt von CB einfängt, werden hier über 26 kurze Folgen so tolle Geschichten erzählt wie ich es lange nicht bei einer Serie gesehen habe. Der Soundtrack ist hierbei wirklich so genial, dass ich ihn mittlerweile regelmäßige auf Spotify anhöre. Der ganze vibe rund um diese Welt ist so fein abgestimmt, dass nichts in dieser Welt unnatürlich wirkt. CB kombiniert Western, Sci-Fi, Drama, Comedy, Action, Romance, Jazz und so viel mehr auf so natürliche Art und Weise, dass es keinesfalls Arrogant wirkt wenn sie in manchen Titelcards erwähnen ein völlig neues Genre entwickelt zu haben. Das ist nämlich Cowboy Bebop. Wie ein eigenes Genre. Diese Geschichte kann nur in Serienform existieren und genau das perfektioniert sie. Das Pacing der einzelnen Folgen und der gesamten Serie im Großen betrachtet ist so unglaublich gut, dass man sich wirklich nie langweilt. Jede Folge fokussiert sich hier auf andere Themen, andere Probleme, durchleuchtet neue Facetten von bereits bekannten Figuren und schafft es doch immer und immer wieder einen zu überraschen. Die größte Stärke der Serie, sind vermutlich die Figuren. Und das sind nicht viele. Eigentlich hauptsächlich die Crew der Bebop die sich im Laufe der Serie zusammenfindet. Diese 4 Figuren werden im Laufe der Serie so schön beschrieben und gezeigt, dass man erst am Ende der Serie sie wirklich vollständig versteht. Die Anzahl von 26 Folgen ist hierbei auch perfekt abgestimmt. Es gibt zwar einen groben roten Faden, welcher sich durch die Serie zieht aber eigentlich ist auch jede Folge für sich stehend. Während viele Serien bei solchen Plotformaten damit struggeln, mit sogenannten „Fillerepisoden“ die Zuschauer zu langweilen, schafft es diese Serie die Chance außerhalb der Kerngeschichte zu nutzen, um die Welt drumherum genauer zu zeigen. In diesen Folgen geht es um Einsamkeit, Liebe, Freundschaft, Verrat, aber auch genauer definierte Probleme wie Umweltzerstörung, Korruption, die Probleme die entstehen wenn die Menschheit versucht Gott zu spielen… Jede Folge hat dabei einen unterschiedlichen Fokus. Fokus auf verschieden Figuren und deren Vergangenheiten. Und genau darin liegt der Kern dieser Serie: Vergangenheit. Jede der Figuren trägt eine Last mit sich, welche sich erst nach und nach dem Zuschauer darstellt. Und jede der Figuren geht anders damit um aber am Ende kommt es bei allen zum selben Entschluss. Man muss sich seiner Vergangenheit stellen, egal wie schlimm sie sein mag. Nur mit dieser Erkenntnis kann man nämlich nach vorne schreiten im Leben.
Ich könnte jetzt wahrscheinlich ganze Seiten über Cowboy Bebop schreiben. Darüber schreiben wie großartig das Finale ist (das Ende muss sich hier auf keinen Fall hinter den großen Serien-Enden wie zum Beispiel von Breaking Bad oder Sopranos verstecken) oder darüber wie hier Genres miteinander vermischt werden, wie bestimmte Folgen ganz neue philosophische Ansichten auf die Welt oder das Universum bieten, aber irgendwo muss man ja auch aufhören😅
Es gibt mit Sicherheit auch Menschen für die diese Serie nicht so viel bedeutet wie mir. Aber wie es bei allen Serien und Filmen nunmal so ist, entscheidet auch der Zeitpunkt wann man etwas schaut sehr viel darüber, wie man es empfindet. In meinem Fall hat mich die Serie durch die vielleicht härteste und emotional anstrengendste Phase meines Lebens begleitet. Wochen in denen ich mich nach Ablenkung vor dem Alltag so sehr gesehnt habe wie noch nie. Cowboy Bebop war hier so etwas wie eine kleine Insel auf der man kurz Ruhe hatte. Allein dafür wird mir diese Serie auf ewig im Kopf bleiben und wird auch definitiv des öfteren als feelgood rewatch wiederholt. (Jetzt habe ich auch wieder mehr Zeit für Filme ,versprochen Anton😅)
SEE YOU SPACECOWBOY…