Close-Up
film so gut ich muss auch mal ernst gemeinte review schreiben.
close-up beschäftigt sich auf eine extrem schöne und gleichzeitig beklemmende art mit der sehnsucht nach anerkennung, kultureller teilhabe und dem bedürfnis, gesehen und akzeptiert zu werden. er zeigt klar die klassengegensätze und dass der wunsch nach zugehörigkeit nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche dimension hat.
ich mochte die dokumentarischen herangehensweise sehr. es wird eine reale geschichte erzählt, ohne moralische wertung oder sentimentale effekte. dadurch entsteht aber trotzdem krine distanz, sondern eine erstaunlich emotionale intensität.
vorallem die kameraführung im gerichtssaal ist extrem spannend. die close-ups (omg name vom film) schaffen eine emotionale nähe zu sabzian und bringen verständnis und empathie hervor, ohne dass der film aufdringlich wird. der ganze prozess, der ja insgesamt sehr emotional geführt wird, wirkt dadurch nicht nur als narrative struktur, sondern als spiegel menschlicher verletzlichkeit und sehnsucht.
die mischung von dokumentarischem und fiktion verstärkt die fragen überwahrheit identität und betrug.
durch die langen einstellungen und ruhige kamerabewegungen nimmt der film sich extrem viel zeit, und kreiert pausen und raum was irgendwie analytisch und gleichzeitig sehr nah und intim wirkt. der film bleibt eh die ganze zeit nah an seinen figuren, ohne zu vereinfachen und zeigt wie sehr die materiellen bedingungen das leben prägen.
banger film wirklich