Resurrection
„Illusions may bring pain, but they are incredibly real.“
Was für ein wundervoller Satz, der meine Liebe zum Film und meine Faszination für gemeinsame Kinoerlebnisse bereits früh in „Resurrection“ auf den Punkt bringt, während die technische und inszenatorische Brillanz über die einzelnen Episoden hinweg einen traumähnlichen Zustand erzeugt, der in einem der beeindruckendsten One-Shots der Filmgeschichte kulminiert: eine rund 33 Minuten lange Plansequenz, die mehrmals die Linearität der Zeit zu durchbrechen scheint und völlig schwerelos immer wieder die Erzählperspektive wechselt.
Wahnsinn, wie es Bi Gan nach „Long Day’s Journey into Night“ und „Kaili Blues“ erneut schafft, unser Verständnis von Sehen, Denken und Empfinden im Kino derart herauszufordern und zu erweitern.
Wenn ich jemals den Glauben an das Kino als ultimative Überwältigungsmaschine verlieren sollte, die uns mit Bildern im Kopf nach Hause schickt, die stärker sind als wir selbst, dann weiß ich jetzt, wohin ich zurückkehren muss.
Wenn wir schlafen, dann träumen wir allein. Im Kino träumen wir zusammen.