Tragische Helden mit Ecken und Kanten, Blutvergießen nach Ehrenkodex, Melodram und ganz viel Pathos. Exiled ist ganz klar im Heroic Bloodshed Subgenre zu verorten, jedoch macht er einiges dann doch anders. Aus einem im Mittelpunkt stehenden Zweiergespann, wird in Exiled eine fünfköpfige Gruppe. Statt dem balletartigen Gun-Fu eines John Woo, ähneln die Schießereien hier fast schon einem Schachspiel.
Johnnie To nutzt das Widescreen Format in seiner vollen Breite aus, platziert die Darsteller auf die volle Fläche und kreiert dadurch diese vor Spannung nur so überkochenden, fast schon in der Zeit stillstehenden Schussgefechte, welche man so außerhalb seiner Filmographie nirgends zu sehen bekommt. Das Lighting ist dabei stets grandios und der All Star Cast so charismatisch wie eh und je. Standout dabei ist ganz klar Simon Yam, welcher diesmal als schmieriger Mob Boss glänzen darf.
Das Tempo des Films ist dabei in bestimmten Momenten überraschend entschleunigend, was den Charaktermomenten und dem endgültigen emotionalen Höhepunkt jedoch nur zu Gute kommt. Eine etwas an Kitanos Sonatine erinnernde Stimmung schwingt da jedenfalls mit, bevor er wieder zurück zu seinen Wurzeln findet.
Wenn Filme mir altbekannte Dinge auf eine neue Art und Weise präsentieren, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe und sie mich dazu noch emotional völlig mitnehmen, zeugt das nur von den schier unendlichen Möglichkeiten Genres neu zu definieren, Johnnie To gelingt dies mit Exiled problemlos. Da darf man dann auch mal die Höchstwertung zücken. Meisterwerk.