Ein junges Mädchen findet im Wald ein Ei und brütet es aus.
Ich mag Horrorfilme mit gesellschaftspolitischer Message. Fresh und das zweite Black Christmas Remake sind zwei jüngere Beispiele, die mir wirklich gut gefallen. Sowohl Fresh als auch Black Christmas sind clever und bauen ihre Botschaft gekonnt in ihre Handlung ein. Hatching hingegen ist so dermaßen plump und vorhersehbar, ich kann es kaum glauben. Dabei behandelt der Film mit Influencertum, Leistungsdruck und Emanzipation wichtige Themen. Scheitert für mich aber leider auf fast allen Ebenen.
Das Creature Design ist allerdings fantastisch. Das Wesen sieht herrlich eklig aber auch hilflos und manchmal fast niedlich aus. Im Zusammenspiel mit Tinja entstehen einige tolle Szenen. Das war es dann von meiner Seite aus aber leider auch mit dem Lob.
Hauptdarstellerin Siiri Solalinna gibt sich sichtlich Mühe, bleibt für mich aber leider viel zu blass. Die meisten Charaktere sind mir herzlich egal oder empfinde ich als nervig. Der Bruder ist ein kleiner Kotzbrocken und der Vater ein totaler Waschlappen. Einzig der Handwerker Tero ist mir sympathisch. Richtig übel ist die Mutter. Sophia Heikkilä spielt die fordernde Mutter absolut kalt und hassenswert. Da gibt es keinen doppelten Boden. Gar nichts. Jede Szene mit ihr fand ich beinahe unerträglich, weil das so platt und unkreativ war.
Ab der ersten Sekunde ist klar, worauf der Film hinaus. Jeder Punkt in der Handlung ist vorhersehbar. Es ist gibt keine einzige Überraschung. Nach der ersten Viertelstunde hab ich nur noch mit den Augen gerollt oder genervt gestöhnt. Hinzu kommen Logiklöcher und die klischeehaften "Charaktere".
Aufgrund der positiven Kritiken hab ich mich wirklich auf Hatching gefreut. Vielleicht kann mir irgendwer die Faszination erläutern. Ich sehe sie leider gar nicht.
Fazit: Abgesehen von dem gelungenen Creature Design eine herbe Enttäuschung für mich, die nichts neues erzählt, schrecklich platte Charaktere bietet und so subtil, wie ein Presslufthammer ist.