Inside Man
Ein Banküberfall mit Geiselnahme läuft anders ab, als die Polizei es erwartet.
Ich bin Jahrgang '92 und auch wenn ich mich schon ziemlich lang für Filme interessiere und von dem Medium begeistert bin, habe ich mich lange eher oberflächlich mit Filmen auseinandergesetzt. Filme sind für mich immer noch ein Unterhaltungsmedium aber eben auch so viel mehr. Ein Film, der mich schon ziemlich früh beeindruckt hat, war Inside Man mit Denzel Washington und Clive Owen in den Hauptrollen. Umso gespannter war ich, ob der Film über 15 Jahre später immer noch für mich funktioniert.
Denzel Washington, Clive Owen, Chiwetel Ejiofor, Jodie Foster, Willem Dafoe, Christopher Plummer - Inside Man ist großartig besetzt und alle liefern ab! Denzel Washington ist unglaublich sympathisch mit seiner leicht arroganten und lockeren Art. Willem Dafoe und Chiwetel Ejiofor sind eher Stichwortgeber für Washington aber bringen eine tolle Dynamik rein. Christopher Plummer strahlt eine Erhabenheit aus und zeigt gleichzeitig alle Facetten in seinen kurzen Auftritten. Highlights sind für mich einerseits Clive Owen als ziemlich cleverer Gangster und Jodie Foster als zwielichtige Mrs. White. Dank Owen ist die Figur sowohl bedrohlich als auch faszinierend. Besonders das Zusammenspiel mit Denzel Washington ist fantastisch. Jodie Foster hat richtig Spaß an ihrer durchtriebenen Rolle und bringt noch eine zusätzliche Ebene in den Film ein.
Es gibt einige tolle Bankraub/Heistfilme. Meist verbringen diese Filme einen Großteil mit der Planung und dem Zusammenstellen der Crew. In Inside Man wird darauf komplett verzichtet. Nach eine knappen Intro mit Clive Owen wird direkt mit dem Banküberfall begonnen. So kann das Publikum zusammen mit der Polizei rätseln, welches Spiel hier wirklich gespielt wird. Auch nach mehrmaligem Schauen erzeugt Inside Man bei mir eine Spannung, die seines Gleichen sucht! Denn es ist ziemlich schnell klar, dass es einen doppelten Boden geben muss.
Aus den Geschehnissen in der Bank, der Dynamik innerhalb der Einsatzkräfte und der Nebenhandlung um Mrs. White entsteht für mich so ein großartiger Thriller. Immer wieder baut Spike Lee dabei Verhörszenen der Opfer oder vermeintlichen Täter:innen ein. Ein simpler aber cleverer Schachzug.
Inside Man ist allerdings nicht "nur" ein spannender Thriller über einen durchdachten Bankraub, sondern hat ganz viel politischen Subtext. Das liegt wahrscheinlich an Regisseur Spike Lee, der in seinen Filmen immer auf unterschiedliche Weisen gesellschaftspolitische Themen, vor allem Rassismus verhandelt. Auch in Inside Man finden sich unzählige mal subtilere mal deutlichere Momente, in vor allem Rassismus thematisiert wird. Diese Szenen könnten total fehl am Platz wirken aber fügen sich meiner Meinung nach perfekt in das Setting ein und heben Inside Man für mich nochmal auf eine größere Ebene. Spike Lee zeigt hier nicht nur, dass die amerikanische Gesellschaft aus ganz unterschiedlichen Hauptfarben, Religionen und mehr besteht, sondern spricht gleichzeitig viele immer noch aktuelle Themen an. Ich find wirklich bemerkenswert, wie gut hier die klare politische Message in den unterhaltsamen Thriller untergebracht wird. Hätte Inside Man ohne diese deutliche übrigens sehr hoffnungsvolle Botschaft funktioniert? Auf jeden Fall aber Inside Man wird so für mich nochmal viel interessanter!
Fazit: Inside Man ist für mich der beste Bankraub/Heistfilm!