Kill
Auf dem ersten Song alleswirdgut der aktuellen EP Goodbye Salò vom Berliner Techno-Duo Brutalismus 300 heißt es immer wieder "Hass ist dicker als Blut". Besser lässt sich der indische Actionfilm Kill wohl nicht zusammenfassen.
Song und Film gehen konsequent, ohne Rücksicht auf Verluste nach vorn. So hart wie der Beat auf das Trommelfeld prahlt, verdrischt Protagonist Amrit seine Feinde. In der ersten Dreiviertel Stunde verzichtet er noch darauf die Gangster im Zug umzubringen aber nachdem der Titel Kill eingeblendet wurde, wird richtig blutig.
"Mein Hass ist dicker als Blut
Glaub mir, alles wird gut"
Mit der Titeleinblendung wechselt Kill fast schon das Genre. Was als gut choreographierter Actionfilm auf begrenztem Raum beginnt, entwickelt sich zu einer derben Splatterorgie, bei dem ich mich immer wieder frage, wer hier eigentlich das wahre Monster ist. Der von Rache getriebene Soldat geht so brutal vor, dass ich mich zwangsläufig von ihm distanzieren muss. Er wird dann auch weniger als Held, sondern mehr als Killer in einem Horrorfilm inszeniert.
"Alles wird gut
Hass ist dicker als Blut
Alles wird gut
Hass ist dicker als Blut
Alles wird gut
Dicker als Blut"
Sowohl Song als auch Film können vorgeworfen werden, repetitiv zu sein. Knapp drei Minuten ballert der Beat und knapp hundert Minuten wird durchgeprügelt. Wer sich bei Kill Abwechslung in der Action wünscht, wird also enttäuscht. Stattdessen wird es hintenraus einfach blutiger und grausamer. Wer sich darauf einlassen kann, wird aber mit vielen Badass Momenten, wirklich gelungener Kameraarbeit und wuchtigen Choreographien belohnt.
"Alles wird gut
Alles wird gut, alles wird gut
Alles wird gut, alles wird gut
Ja"
alleswirdgut und Kill ballern hart und ich habe eine riesige Freude dabei!