Heat
Geisteskrank.
Für mich deutlich mehr als einfach nur ein Heist-Film. Die Heist-Szenen sind zwar richtig gut aber was eigentlich hängen bleibt, ist die Atmosphäre, der Stil und wie die Charaktere aufgebaut sind. Die Ästhetik mit den blauen Tönen, die ruhige Kamera und der eher zurückhaltende Soundtrack geben dem Film eine ganz eigene Stimmung, die sich komplett durchzieht.
Am stärksten fand ich die Parallelen zwischen McCauley und Hanna. Eigentlich sind sie genau gleich beide komplett auf ihre Arbeit fixiert, beide absolute Profis. Der eine Detective der andere macht Raubüberfälle. Aber vom Mindset her sind sie fast gleich. Das sieht man schon direkt am Anfang: McCauleys Team arbeitet extrem präzise und geplant, und gleichzeitig merkt man sofort, dass Hanna genau versteht, wie gut sie sind. Sie erkennen beide die Perfektion des anderen. Was ich auch richtig stark fand, ist was das für ihr Privatleben bedeutet. Hanna kriegt seine Beziehungen nicht wirklich hin, weil er nie wirklich abschaltet und McCauley geht noch weiter und lässt gar keine Bindungen zu. Dieses Prinzip von ihm, dass man jederzeit alles zurücklassen können muss, zieht sich durch den ganzen Film und genau deshalb ist es so stark, dass sobald er sein Prinzip einmal bricht, er stirbt.
Am Anfang wirken manche Nebenhandlungen ein bisschen random aber am Ende greift alles ineinander. Sachen wie Waingro oder Van Zant sorgen letztlich genau dafür, dass McCauley nochmal zurückgeht, obwohl er eigentlich schon raus war. Und genau das ist sein Ende. Richtig krass fand ich auch diese Parallele gegen Ende: Hanna findet seine Stieftochter im Badezimmer und bringt sie ins Krankenhaus und trotzdem entscheidet er sich später wieder für den Job. Gleichzeitig lässt McCauley die Frau zurück, mit der er eigentlich hätte verschwinden können, nur um seine Rache zu kriegen, McCauley hält sich eigentlich immer an seine Regel außer wenn es um Rache geht. Beide treffen im Prinzip die gleiche Entscheidung, sie wählen ihre Arbeit und wie sie sich gegenseitig gesagt haben, das einzige was sie können über alles andere und das verbindet ihre Charaktere.
Das Ende fand ich so gut. Diese ganze letzte Sequenz, der Moment, wo Hanna ihm am Ende die Hand hält, nachdem er angeschossen wurde, das ist einfach wie der perfekte Abschluss. Man merkt, dass die beiden sich verstehen und respektieren, wahrscheinlich mehr als jeder andere im Film aber wenn es dazu kommt wussten beide werden sie nicht zögern den anderen zu Töten. Für mich ist das auch einer der besten Schlussmomente, die ich seit langem gesehen habe. Insgesamt einfach ein Film, der extrem durchdacht ist und bei dem man auch danach noch merkt, wie viel eigentlich drinsteckt.