Kill Bill: Vol. 1
Ich habe Kill Bill: Volume 1 und 2 zusammen, also Whole bloody affair im Kino gesehen, gehe hier aber nur auf vol.1 ein. Ich muss sagen ich fand ihn wirklich sehr, sehr gut. Für mich ist das auf jeden Fall einer der besten Filme von Quentin Tarantino. Mir ist direkt positiv aufgefallen, wie gut man in die Story reinkommt – das ist generell etwas, was er meiner Meinung nach einfach sehr gut kann. Man wird ziemlich entspannt in den Film gezogen und ist sofort drin.
Die Anime/Animationssequenz kam komplett unerwartet, hat für mich aber richtig gut funktioniert und war definitiv eines der Highlights. Generell hat der Film eine sehr klare eigene Ästhetik, die sich konsequent durch zieht.
Zwischen den gefühlten zehn Minuten reiner Fußaufnahmen von freaky Quentin, gibt es dann aber zum Glück auch noch genug andere Dinge, die den Film tragen. Der übertriebene Einsatz von Blut ist komplett absurd aber so konsequent durchgezogen, dass es einfach unterhaltsam ist. Gerade weil manche Szenen gefühlt noch ein paar Sekunden länger laufen als nötig und das Blut einfach weiter in völlig übertriebenen Mengen nachspritzt.
Die Hauptrolle, gespielt von Uma Thurman, ist einfach ein sehr besonderer und gleichzeitig extrem cooler Charakter, der perfekt zu ihr passt.
Musikalisch funktioniert das Ganze durch den ganzen Film hinweg sehr gut. Es werden viele verschiedene Songs eingesetzt aber jeder passt irgendwie genau zur jeweiligen Szene und trägt die Stimmung richtig gut. Mehrmals hat die Musik für eine echt starke Atmosphäre gesorgt.
Diese typischen Soundboard-Sounds, die man eigentlich selbst gehört haben muss, um zu verstehen, was gemeint ist, sind zwar irgendwie komisch aber gleichzeitig auch einfach ziemlich lustig. Weiß aber immernoch nicht ob die Ernst gemeint sind.
Die Kameraführung ist insgesamt sehr dynamisch. Mir hat besonders gefallen, dass oft längere Szenen benutzt werden statt ständigen cutts. Dadurch fühlt es sich so an, als würde man durch die Räume mitgeführt werden und obwohl viel gleichzeitig passiert, verliert man nie den Überblick. Auch wenn dann in den Kampfszenen schneller geschnitten wird, hat mir das Editing sehr gut gefallen, weil es nie chaotisch wirkt.
Auch dieser Japan-Touch, der sich durch große Teile des Films zieht, hat mir sehr gefallen. Gerade die Restaurant-Sequenz sticht da nochmal heraus. Besonders hängen geblieben ist mir aber der Kampf gegen O-Ren Ishii im verschneiten Garten einfach eine sehr schöne, ästhetische Szene, die als Abschluss extrem gut funktioniert.
Insgesamt würde ich sagen, dass mir Volume 1 deutlich besser gefallen hat als Volume 2 und dass er für mich auf jeden Fall zu den wirklich guten Tarantino-Filmen gehört.