The Queen's Gambit
Schachmatt
Eine Frau mit drei mimischen Ausdrucksvarianten will zur Großmeisterin werden.
Den allgemeinen Lobeshymnen folgend hab ich mir diese Miniserie gegeben und frage mich schon, wenn das jetzt hier die momentane Königsklasse an fiktionalen Streaminginhalten ist, sollte ich dann nicht lieber ein anderes Hobby suchen, Buddlschiffe oder so?
Es gibt einfach nichts bemerkenswertes an der Serie. Die Handlung folgt sklavisch dem Aufbau jedes Musikbiopics (Aufstieg - Höhepunkt - Tiefer Fall - Weg zurück - Triumph), und erinnert ehrlicherweise an eine Melange aus ROCKY III und IV. Das ist alles so derart standardisiert, dass ich an einer Stelle dachte, es wär jetzt doch peinlich platt, wenn eine bestimmte Figur über Jahre hinweg Zeitungsausschnitte der Protagonistin gesammelt hätte, nur um eine Minute später exakt das zu bekommen.
QUEENS GAMBIT verkauft seinen banalen Inhalt halt darüber, dass hier eine Frau in einer Männerwelt Erfolg hat. Ist ja nicht verkehrt, aber man möge doch bitte aufhören banalen Durchschnitt immer gleich zu adeln, wenn es mal 'weiblich' wird. Aus ähnlichen Gründen ist ja auch der filmische Groschenroman PORTAIT OF A LADY ON FIRE zum Arthouseliebling geworden.
Ansonsten es geht halt um Schach. Das lässt anscheinend selbst beim reinen Zuschauen den Glauben erwachsen, man habe es hier mit einem besonders intelligenten Inhalt zu tun. Das Gegenteil ist der Fall. QUEENS GAMBIT könnte man ebenso im Frauenschlammcatchen verorten, die Story zu 95% gleich verwursten.
QUEENS GAMBIT ist ein Schachmatt in sieben Zügen.