Watchmen
Ich könnte darüber polemisieren, was für eine Enttäuschung diese Miniserie ab Episode 6 doch wird, ganz klar nur noch darauf aus eine Ideologie an den Mann oder die Frau zu bringen. Koste es was es wolle.
Oder wie sie sich dann voll Selbstzufriedenheit darin sonnt, dass das ja genügt, wer das anders sieht ist halt ein alter weißer Mann und eh ein Rassist.
Oder wie die Macher dem Material von Alan Moore nun einen Subtext aufzwingen, der dort so nicht herrschte und wie dreist das ist.
Oder wie gehetzt und billig vor allem in den letzten drei Folgen alles mit dem Arsch eingerissen wird, was in den ersten fünf Episoden recht vielversprechend aufgebaut wurde, inkl. unfreiwillig komischer Dialoge.
Oder, wie die Figur von Dr. Manhatten so katastrophal fehlinterpretiert wird.
Oder. Oder. Oder...
WATCHMEN ist wie ein Tweet, wo jemand schreibt: "Rassismus ist doof." Und dann geht das Ding viral. Warum weiss niemand, die Aussage ist weder sonderlich revolutionär (man setzt diese Einstellung einfach mal vorraus), noch gewitzt verfasst. Aber der Verfasser bekommt dafür einen Preis als Humanist und alle feiern sich selbst ab, weil sie ja ein "Like" gaben.
Wie schon damals bei GREEN BOOK ähnlich empfunden, ich hätte hier gern eine Serie mit Fokus auf die Siebte Kavallerie, die Rassisten, gehabt. Wie es dazu kam, dass sie Rorschach huldigen. Oder nur eine Episode dazu! Etwas, was vielleicht gar, ganz unbequem, eine Art Verständnis für deren Radikalität bietet? Es hätte Stoff gegeben, aber so werden sie zur billigen Rassistenstaffage. Kann man machen. Ist aber bequem. Wie "Likes" auf Twitter.
WATCHMEN ist eine Serie die wie GREEN BOOK einen einfachen, ziemlich banalen, Weg geht. Der Comic tat exakt das nicht. Auch Snyders Verfilmung nicht. Aber die Serie passt grad ins politische Klima Hollywood, daher regnet es Emmynominierungen.
Sich auflösende Tintenfische wären verdienter.