Commando
Mark L. Lesters Commando ist ein Diamant.
Wieso? Weil man selten so kompromisslos gesehen hat, was passiert, wenn ein Film genau das sein will, was er ist, nicht mehr und nicht weniger.
Nach fünf Minuten haben wir drei Tote und Arnold Schwarzenegger, der mit seiner Tochter ein wildes Reh füttert. Aus der Hand! Eine Einleitung, wie sie im Buche steht. Das ist dann auch der Scheidepunkt: Die eine Hälfte der Zuschauer schaltet ab, die andere wird eine fantastische Zeit haben.
Nachdem unser Hauptcharakter ausreichend eingeführt wurde, folgen 85 Minuten kongeniale Action.
Hier wird aus startenden Flugzeugen gesprungen, Autositze und Telefonzellen werden herausgerissen. Man schwingt sich an Werbebannern durch Malls, prügelt sich, schießt und sprengt alles aus dem Weg, was stört und macht in der letzten halben Stunde noch eine komplette Armee platt.
Mit dem Messer, dem M60, Claymores, dem üblichen Repertoire eines Werkzeugschuppens, einer Schrotflinte oder kurzerhand mit dem Raketenwerfer.
Gesetze der Physik oder des logischen Menschenverstands werden hier links liegen gelassen und ich liebe es.
Arnold sieht aus wie gemeißelt, die Sprüche sind jenseits von böse, und ideologisch ist das hier alles natürlich verachtenswert.
Das fasst Cindy sogar im Film selbst perfekt zusammen: „Nicht zu glauben, dieser Macho-Scheißdreck.“
Wenn dann nach 80 Minuten Arnold Schwarzenegger auf Vernon Wells im Kettenhemd trifft und dieser ihm sagt, dass er alt geworden sei, bricht in mir alles.
Gut, dass er kurz darauf mal „Dampf ablassen“ kann.
Danach geht’s lachend in den Sonnenuntergang als wäre das alles nicht höchst traumatisch gewesen.
Ein Produkt seiner Zeit. Mit 14 fantastisch und heute noch genauso.