Dekalog
Von Krzysztof Kieślowski kannte ich bisher nur seine bekannte Drei Farben und Das Doppelleben der Veronika, die mir alle Mal mehr, mal weniger gefallen haben. Sein Dekalog hat mich seitdem immer angelächelt, aber die zehn Stunden polnisches existenzielles Kino waren immer eine einschüchternde Aussicht.
Ich finde es schwierig, über den Dekalog als Gesamtwerk zu reden. Es sind 10 eigenständige Episoden, die zwar einige inhaltliche Parallelen aufweisen, aber sowohl in Qualität, Stil, Atmosphäre und Themen sehr weit verstreut sind. Es gibt Folgen, die meine Erwartungen vollkommen erfüllt haben: Sie sind gut inszenierte, vielschichtige Kurzfilme voller Schmerz und Verlangen und dramatischen Verstrickungen. Doch immer, wenn die melancholische Stimmung droht, Überhand zu nehmen, öffnet sich der Dekalog und zeigt uns Liebe, Vergebung, und Menschlichkeit.
Durch diese Vielfalt an Emotionen und Figuren wird jede Folge zu einem erinnerungswürdigen Puzzle-Stück, denn selbst wenn mir einige Filme der Reihe nicht sonderlich zugesagt haben, so kann man ihnen ihre philosophischen Ambitionen nicht absprechen.
Jede Folge hat mich zum Nachdenken gebracht und mit jeder weiteren Folge habe ich begonnen, Kieślowskis Sichtweise zu verstehen. In jeder Episode steht im Kern der Geschichte ein tiefschneidender Konflikt zwischen zwei oder drei Personen. Kieślowski findet die Ursache solcher Konflikte stets in der gescheiterten Kommunikation; ihre Lösung jedoch im beharrlichen Versuch, immer wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.
Mein Ranking sieht wie folgt aus:
10
01
08
05
07
04
06
09
03
02
Meine einzelnen Reviews:
Dekalog, Eins - Von Glaube und Zahlen
Dekalog, Zwei - Wahrheit oder Leben?
Dekalog, Drei - Eine Ex-Frau zur Bescherung
Dekalog, Vier - Die freudsche Familie
Dekalog, Fünf - Zwei Morde aber nur ein Mörder
Dekalog, Sex - Das Fenster zum Hof
Dekalog, Sieben - Mütter, Macht und Missverständnis
Dekalog, Acht - Schatten der Vergangenheit
Dekalog, Neun - Von Eifersucht und anderen Stürzen
Dekalog, Zehn - Der Wert der Dinge