Dexter
Dieser Film ist genau das was man sich von einer düsteren, matschigen, osteuropäischen Adaption erwartet. In nassen, dreckigen Räumen werden lange philosophische Dialoge gehalten und dank dem doch ganz gut balancierten Erzähltempo ist man davon noch nicht einmal gelangweilt.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass das Biest nicht einfach nur ein Mensch in Monstergestalt ist (Ein Kostüm, das wirklich großartig aussieht). Auch im Inneren kämpft es die ganze Zeit mit seiner animalischen Natur und kann am Ende nur durch die Liebe für Julie zum Mensch werden. Damit rettet er sein Leben und seine Seele.
Eine komplett unerwartet lustige Szene, die ich noch erwähnen möchte, weil sie mich so unvorbereitet getroffen hat, ist, wenn Julie die Wunder des Schlosses erwähnt. Sie erzählt wie großartig es doch ist, das sich der Tisch stets selber deckt und dass das Feuer immer von alleine angeht, wenn es kalt wird. Genau in dem Moment sehen wir einen der Diener des Monsters, die den ganzen Film über immer im Geheimen all das gemacht haben und der jetzt wehleidig und mit wissendem Blick in die Kamera schaut. Dieser kurze Durchbruch der vierten Wand war einfach toll.