Aftersun
Man hört immer wieder in Zusammenhang mit diesem Film den Begriff „Melancholie“.
Doch wie auch im echten Leben so häufig von Außenstehenden fehlinterpretiert, geht es hier nicht um vorübergehenden Schwermut oder Traurigkeit, das ganze reicht tiefer, und verschwindet auch nicht von alleine.
Die Rede ist von *Depressionen.
*Selten hat ein Film das Gefühl dieser noch immer gesellschaftlich zu wenig akzeptierten Krankheit so gediegen nach außen transportiert, und das, obwohl er gar nicht aus der Sicht des Betroffenen erzählt wird.
Es ist die Tochter, die auf den letzten gemeinsamen Urlaub mit ihrem damals recht jungen Vater zurückblickt, der Versuch das ganze rückblickend mithilfe von alten Urlaubsfotos, -Videos und Erinnerungsbruchstücken zu begreifen.
Wie die Urlaubsvideos ist auch der Film bruchstückhaft erzählt – was genau die Dämonen von Paul Mescals Figur sind, bleibt ungewiss, was aus ihm nach diesem Urlaub wurde ebenso.
Eine sehr gute Entscheidung, es gibt keinen Grund durch ein tragisches Schicksal zusätzliche auf die Tränendrüse zu drücken, wie das in thematisch ähnlichen Filmen häufig getan wird.
Wenn mich künftig jemand fragt, was es bedeutet unter Depressionen zu leiden, werde ich ihm Aftersun ans Herz legen.
#masterpiece