American Psycho
GERMAN VERSION (english below)
American Psycho ist ein großartiges, doch wahnhaftes Erlebnis. Manchmal mag es nur wie eine reine Abfolge von einzelnen, losgelösten Szenen wirken, wobei es doch so viel mehr beherbergt. Dieser Film ist tatsächlich eine große Satire über die Gesellschaft, die sich doch eigentlich selbst bekämpft und dadurch immer wahnsinniger wird. Es ist ein Film, der in all seiner überspitzten Grausamkeit unglaublich viel Humor besitzt und den Realitätsverlust, sowie das Verschwinden des menschlichen in uns, auf fesselnde Weise porträtiert. Sicher, ist all dies eher unterschwellig festgehalten, weshalb die meisten, so glaube ich, diesen Film doch gar nicht erst verstehen und nur das offensichtliche, das verwirrende, sowie das gewalttätige zu Sehen bekommen.
Doch hier ist mehr dahinter: das Leben als Yuppie an der Wall Street in den 80er Jahren wird in seinen vollsten Exzessen aufgezeigt. Man hat so viel Geld und verdient es praktisch damit, andere arm zu machen. Man verliert den Bezug zur Realität, zu den Menschen. Der Materialismus, der erst durch diesen auf den Klimax gebrachten Kapitalismus in den USA wahrhaftig erzeugt wurde, ist hier wahrlich zu seinem Höhepunkt herangewachsen. Dinge wie Mitgefühl oder Barmherzigkeit sind entschwunden, da die Gesellschaft sich zu einer entwickelt hat, in der es ausschließlich um den eigenen Vorteil geht, um die eigene Position.
Diese satirische Dystopie soll zwar angeblich in New York City spielen, doch ist diese Stadt mehr zu einem Labyrinth geworden, einer monotonen, befremdlichen Wüste aus Wolkenkratzern, die allesamt nahezu identisch aussehen und nirgendwo ein Ende finden. Nicht einmal die Menschen erkennt man wirklich. Selbst sie sehen gleich aus, oder hören sich zumindest gleich an. Unter einander kennt zwar jeder jeden, doch im gleichen Zuge ist jeder ein Unbekannter. Niemand erkennt einmal den Gegenüber, mit dem er eigentlich allzumal zusammenarbeitet. Das kommt einerseits auch daher, da ein jeder austauschbar geworden ist, dass das Individuum keinen Platz mehr in der Gesellschaft hat, ausschließlich Tatkraft und Effizienz bei der Arbeit eine Rolle spielt, doch das menschliche seine gesamte Bedeutung verloren hat. Selbst die Liebe scheint unwirklich, scheint abstrakt und ausschließlich konstruiert. Es gibt keine wahren Liebesbeziehungen in diesem Film, es gibt unglücklich Verlobte und Betrug in größtem Maße.
American Psycho ist also mehr als ein Stück voll Blut und Sardismus. Es ist eine tiefgründige Analyse über den Menschen selbst, eine Kritik an der Entwicklung der Gesellschaft, zwar überspitzt, doch macht das eine Satire aus. Wenn man einmal hinter den Vorhang blickt, kann man eigentlich alles sehen: Wie die Gesellschaft zu einer geworden ist, die durch den Materialismus so betäubt wurde, dass die einzigen Werte, die sie noch aufzuweisen hat Eitelkeit, Neid, Abscheu und Gleichgültigkeit sind. Patrick Batemans eigene Entfremdung mit der Welt um ihn herum ist direkt durch sein Umfeld zu verschulden. Man weiß gar nicht mehr, wie man sich verhalten soll, da alle Menschlichkeit unerwünscht ist. Man versucht sich mit kurzweiligen Dopaminschüben bei der Stange zu halten, kleine Momente des Lebens zu erhaschen, doch ist alles letztendlich vergebens. Da sich die Gesellschaft selbst immer weiter die Toilette herunterspült, können wir auch keine Erlösung dieses eigens erschaffenen Leidens erfahren. Unsere eigenen Bedürfnisse scheinen keine Rolle zu spielen, wir können uns mit der Außenwelt nicht einmal mehr vollkommen verständigen. All unser Tun, alles was wir zu erstreben versuchen verläuft im Nichts und auch wenn wir uns danach sinnen, etwas zu ändern scheint alles nur noch abstrakter und verquollener zu werden. Kein wirklich lehrhaftes Fazit kann daraus gezogen werden, es ist alles vollkommen bedeutungslos.
Etwas schreckliches geht in mir vor, und ich weiß nicht warum.
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ENGLISH VERSION
American Psycho is a great, yet delusional experience. At times, it may seem like a mere series of separate, disconnected scenes, but it is so much more than that. This film is actually a great satire on society, which is actually fighting itself and becoming increasingly insane as a result. It is a film that, in all its exaggerated cruelty, possesses an incredible amount of humor and captivatingly portrays the loss of reality and the disappearance of our humanity. Sure, all of this is conveyed rather subtly, which is why I believe most people don't understand this film at all and only see the obvious, the confusing, and the violent.
But there is more to it than that: life as a yuppie on Wall Street in the 1980s is shown in all its excesses. You have so much money and you earn it by making others poor. You lose touch with reality, with people. Materialism, which was brought to its climax by capitalism in the USA, has truly reached its peak here. Things like empathy and kindness have disappeared, as society has developed into one that is exclusively about personal gain and one's own personal status.
This satirical dystopia is supposedly set in New York City, but the city has become more of a labyrinth, a monotonous, alienating wasteland of skyscrapers that all look almost identical and stretch as far as the eye can see. Not even the people are really recognizable. They all look the same, or at least sound the same. Everyone knows everyone else, but at the same time, everyone is a stranger. No one even recognizes the person they actually work with on a daily basis. One reason for this is that everyone has become replaceable, that the individual no longer has a place in society, that only determination and efficiency at work play a role, but that humanity has lost all its meaning. Even love seems unreal, abstract, and purely constructed. There are no true love relationships in this film, only unhappy engagements and cheating on a large scale.
American Psycho is more than just a story full of blood and sadism. It is a deep analysis of human nature itself, a critique of the ongoing development of society, certainly exaggerated, but that is what makes it satire. Once you look behind the curtain, you can actually see everything: how society has become so numbed by materialism that the only values it has left are vanity, envy, disgust, and indifference. Patrick Bateman's own alienation from the world around him is directly to blame on his environment. People no longer know how to behave, as all humanity is unwanted. People try to keep themselves going with short-tempered dopamine rushes, trying to catch small moments of life, but in the end it's all in vain. As society continues to flush itself down the toilet, we cannot experience any salvation from this self-created suffering. Our own needs seem to be irrelevant, we can no longer even communicate fully with the outside world. Everything we do, everything we strive for, comes to nothing, and even when we long to change something, everything seems to become even more abstract and confused. No truly meaningful conclusion can be drawn from this; it is all completely meaningless.
Something horrible is happening inside of me, and I don't know why.
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