Andrei Rublev
Ich will kein Produkt meiner Umwelt sein. Ich will, dass die Umwelt ein Produkt von mir ist.
Francis Costello The Departed
Ja, Tarkowskies Filme sind nicht immer leicht anzuschauen, geschweige denn zu verstehen. Seine Filmkunst ist einfach zu anders um sie mit den Idealen der klassischen Filmschule zu bewerten. Doch gerade Andrei Rublev macht es einem relativ leicht ihn zu mögen.
Zugegeben den ersten Teil fand ich streckenweise etwas zäh, aber die zweite Hälfte...
Der zweite Teil gehört zu dem besten, was das Kino je gesehen hat. Ich weiß das es übertrieben klingt und in Anbetracht der umfangreichen Filmgeschichte auch etwas unglaubwürdig, aber in diesen letzten 1½ Stunden kommt alles zusammen was man sich als gelungenes Ende vorstellt. Natürlich ist es die visuell überwältigendere Hälfte, man soll jetzt aber nicht auf den Gedanken kommen, die erste Hälfte wäre zu vernachlässigen. Mich hat der zweite Teil einfach nur so begeistert: Packende Emotionen, Moralische Krisen, innere Zweifel, schlussendliche Erlösung und ein Bild, ja ein Bild zum niederknien. Die Massen von Requisiten, Statisten und Sets, die überragende Kamera von Vadim Yusov, der auch schon in Ivans Kindheit die Cinematographie übernommen hat und das wirklich wunder, wunderschöne Schwarz weiß. Andrei Rublev ist wirklich ein Film, der das Wort „Epos” verdient.
Andrei Rublev ist ein massives Kunstwerk, das manchmal nicht leicht verständlich ist und an einigen Stellen auch völlig kryptisch erscheint, aber gerade dieses Geheimnisvolle verleiht dem Film seine Mystik, seinen Geist. Sicherlich kann man viel davon lernen, über Kunst, über Gott und über sich selbst.