Metropolis
Das Wort „Meisterwerk” wirkt bei Stummfilmen immer als Übertreibung. Wer schaut sich denn heutzutage noch freiwillig einen Stummfilm an und ist dabei sogar unterhalten!? Wahrscheinlich nur irgendwelche Filmhistoriker oder Hardcore-Cineasten. Und auch wenn es für mich bei dem ein oder anderen Film schwierig wird und ich nicht mehr als künstlerische Wertschätzung empfinde, so verhält es sich mit Metropolis anders.
Metropolis scheint zu leben, der stetige Rhythmus der Musik lässt den Film lebendig und dynamisch wirken. Eine Tatsache, die mich bei den Stummfilmen Fritz Langs immer wieder fasziniert, ist seine Art mit Zwischentitel umzugehen. Aus heutiger Sicht werden diese nämlich als notwendiges Übel wahrgenommen, als etwas, das man halt mit dem damaligen technischen Möglichkeiten nicht anders regeln konnte. F.W. Murnau benutze in Der letzte Mann keinen einzigen und Buster Keaton sagte auch einmal, er hätte immer mit Charlie Chaplin darum gewettet, wer die wenigsten Zwischentitel in seinen Filmen hat. Doch das Zwischentitel auch Teil der Kunst sein können, das haben nur wenige wahrgenommen. F.W. Murnau in Nosferatu, Robert Wiene in Das Cabinet des Dr Caligarie und eben Fritz Lang in Metropolis sind tolle Beispiele, wie sie eine eigene Ästhetik und eine eigene narrativ erzählende Rolle einnehmen können.