Mirror
Manch einer sieht in einem Spiegel seine Vergangenheit, wieder ein anderer seine Erinnerungen, manche sehen ihre Träume und Vorstellungen, andere sehen nur sich selbst.
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Der Spiegel ist wohl der konsequenteste Film Tarkowskies, in dem die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart gar nicht mehr vorhanden sind. Tarkowskie lässt uns gar keine Chance mehr irgendeinen roten Faden zu entdecken, stattdessen wird uns ein, scheinbar nur lose zusammenhängendes Wechselspiel von wirklichkeitsfremder Erinnerungen, dokumentierter Geschichte und gegenwärtigem Dasein der Hauptfigur präsentiert. Ähnlich wie später in Nostalghia geht es um die Sehnsucht nach Verlorenem, in diesem Fall aber nicht nach einem Ort, sondern nach einer vergangenen Zeit, der Kindheit. Um uns ein Gefühl für diese Sehnsucht zu geben musste sich Tarkowskie vom konventionellen Storytelling lösen, auch wenn das bedeutet, das sehr viele Menschen nichts mit dem Film anfangen können (hust* So wie ich bei meiner ersten Sichtung). Die Erinnerungen sind willkürlich, und wie richtige Erinnerungen sind sie oft nur kurze Augenblicke, manchmal sogar Bedeutungslos, nur machen sie einen ganz besonderen Eindruck auf uns.
Wir sehen die Hauptfigur nie, nur ihre Stimme hören wir und wie andere Menschen darauf reagieren. Trotzdem kennen wir sie am Ende sehr gut, denn wir wissen wie sie fühlt. So ist am Ende der Hauptcharakter auch nur eine Vorstellung in unseren Köpfen, die zwar keine Substanz hat, die aber dennoch existiert. Wie ein Spiegelbild.