Ach du meine Güte, das war nicht gut.
In einem Satz:
Dieser Film taumelt von einer Stelle zur anderen Stelle und weiß gar nicht wohin - auf dem Weg nimmt er ein paar wenige bedeutvolle Momente mit, welche er dann aber in Künstlerischer Manier selbst torpediert, negiert und fadenscheinig wirken lässt und auch eher sich dann anfühlt wie emotionale Manipulation.
Das hier ist wirklich kein Comedy Film. Es ist ein schlechtes Drama, welches bröckelnde Lebenswirklichkeiten aufzeigt. Das macht der aber auf eine so unglaublich unwichtige und nichtsaussagende Weise, dass hier wirklich fast niemand auf seine Kosten kommt. Selbst hartgesottene Fans des Humors haben hier eine Witzdichte, die Strombergs Haar in nichts nachsteht.
Die Momente, die temporär ganz schön waren und auch zumindest etwasTiefe hatten, waren:
- Das Zusammenkommen aller im Hotelfoyer und es herrscht eine sehr kurze andauernde Harmonie und dieser Moment wird sehr schön unterstrichen von einem glücklichen, nervösen Marvin, der die Nummer vom Barkeeper bekommt, dies wird dann von allen gesehen und alle sind richtig süß happy für ihn.
- Tanja, die bemerkt, dass sie nie das 0815-Schema-Leben wollte und immer nur Checkpoints wegstreichen wollte für ein vermeidlich glückliches Leben
- Ulf, der zumindest angedeutet eine bessere, nähere Beziehung zu Marvin hat, als es Tanja hat. Marvin scheint sich hauptsächlich ihm Gegenüber zu melden, wo er ist, was er macht, was ihn vielleicht beschäftigt. Hier wird er nicht als guter Vater porträtiert, aber als einer der dem Kind auch seine Privatsphäre und Distanz gewährt und respektiert.
- als Tanja tatsächlich mal Bertholds Buch als Hörbuch hört und er endlich die Gratifikation bekommt und Tanja auch evtl (???) was gelernt hat? Zumindest scheint sie bewegt zu sein. Zeigen tut sich das im Verlauf aber nicht wirklich.
- Strombergs Crash Out, ein Mann dessen Fassade zerbröckelte, ein selbstbezeichnender Aussetzer. Dieser Zerfall wurde relativ gut gezeigt, auch mit der dokumentierenden Kamera, die kommentarlos dabeibleibt.
-> das gipfelt dann in mMn dem schönsten Moment des Filmes, die Interaktion zwischen Stromberg und dem Obdachlosen. Stromberg scheint hier erstmals ne Menge Empathie aufzubringen, umarmt diesen Mann, gibt ihm seine Jacke, versucht ihn aufzumuntern, und zuerst scheint das auch relativ Selbstzweckbefreit zu sein.
- Jenny, die über Beziehungen redet und wie sie nicht mehr in der Lage ist, aufrichtig zu lieben nach so vielen herzbrüchen
- Luna, die von der älteren Frau im Team ehrenlose verkauft wird zeigt sehr schön auf wie in einem kaputten system auch vermeidliche Solidarität (unter Frauen) ganz schnell zu einem Ich-Oder-Du-Mindset führen kann
Dann aber wird alles durch den weiteren Verlauf torpediert:
-Stromberg wird heroifiziert, hält seine populistische Rede, wird abgefeiert und kriegt seinen alten Chefsjob und macht gleich da weiter mit der Schikane der Mitarbeiter. Mir absolut egal wie Gesellschaftskritisch dieser Film sein will - er ist es einfach nicht
-Jenny bleibt bei diesem influencer und steht null für sich ein
- Ulf und Tanja scheinen auch wieder happy?? Ach und als Marvin sich denen öffnen will und darüber sprechen will dass Manu (Bar-guy) ihm schreibt und dann aber absolut egoistisch Ulf und Tanja Ehestreit dazwischenschieben kriegen sie als Belohnung zu hören dass sie die besten Eltern seien. Und klar ist das build up für einen Witz von Marvin, aber come on, trotzdem ist suddenly harmonisch und alle lachen und liegen sich in den Armen.. nein.. die meisten dieser Charaktere sind high-key am zugrundegehen an ihren Leben und es wird alles schöngezeichnet.
- Stromberg sobald er merkt dass seine Freunde für ihn da sind auf der Brücke verlangt diese scheiß Jacke wieder zurück, was wieder einmal zeigt was für ein hs er ist. Dabei schaffen sie es für einen klitzekleinn Augenblick dass man Mitleid mit ihm hat. Auf der ganzen Flucht mit dem Auto scheint er fast schon senil, umzurechnungsfähig und komplett in der Vergangenheit gefangen. Es gipfelt in ihm wie er im Capital Gebäude im Treppenhaus an das Geländer lehnt und wirklich unverständliche, unzusammenhängende und unvollständige fetzen von Sprüchen runterrattert. Der Mann ist am Ende und gehört ins Altenheim fast schon. Doch dann die Revitalisierung und er ist top fit wenn die Kamera am Ende auf ihn zeigt und er spielt sein ganzes Programm wieder runter, mit dem einzigen Unterschied dass er jetzt wieder gemocht wird und er seine ach so notwendige externe Gratifikation bekommt.
- Bertholds Figur wird auch torpediert indem er in der Gruppe der Stromberg Lookalikes gezeigt wird und sexistische Kommentare ggü Luna in ihrer Anwesenheit verurteilt und sobald diese weg ist, sucht er doch wieder dieses Zugehörigkeitsgefühl und lacht dann heimlich. Er wird richtig cool gezeichnet als person die also einzige wirklich Selbstoptimierung und Selbstreflexion durchgeführt hat und jetzt mit sich selbst im reinen ist und relativ moralisch gut handelt. Und dann das..
- auch sehr lost wie die Möglichkeit dass Tanja einen Seitensprung begang lange angeteasert wird und dann wirft sie das Handy aus dem Fenster und die suchen das Jahrelang Gefühlt und dann wird dieser Plotpunkt einfach fallen gelassen. Dann Fangs doch nicht an, mensch.
- der bedeutungsvollste Satz von Julian ist immer noch soo shallow und reingepresst, als er meint auf insta sei ja niemand wirklich glücklich. Ein Satz. Und jetzt ist es ein guter Film? Haben wir jetzt ne Message? Ach ne, es braucht ja mehr als das...
- das reingestreue von Anglizismen, "memes" und das zeigen von echten Youtubern und influencern kommt dann nur noch weirdly anbiedernd rüber..
- ach und der einzig neue Charakter Marvin hat viel zu wenig screentime für das Potenzial was das ganze gehabt hätte
Ach du meine Güte, das war nicht gut.
In einem Satz:
Dieser Film taumelt von einer Stelle zur anderen Stelle und weiß gar nicht wohin - auf dem Weg nimmt er ein paar wenige bedeutvolle Momente mit, welche er dann aber in Künstlerischer Manier selbst torpediert, negiert und fadenscheinig wirken lässt und auch eher sich dann anfühlt wie emotionale Manipulation.
Das hier ist wirklich kein Comedy Film. Es ist ein schlechtes Drama, welches bröckelnde Lebenswirklichkeiten aufzeigt. Das macht der aber auf eine so unglaublich unwichtige und nichtsaussagende Weise, dass hier wirklich fast niemand auf seine Kosten kommt. Selbst hartgesottene Fans des Humors haben hier eine Witzdichte, die Strombergs Haar in nichts nachsteht.
Die Momente, die temporär ganz schön waren und auch zumindest etwasTiefe hatten, waren:
- Das Zusammenkommen aller im Hotelfoyer und es herrscht eine sehr kurze andauernde Harmonie und dieser Moment wird sehr schön unterstrichen von einem glücklichen, nervösen Marvin, der die Nummer vom Barkeeper bekommt, dies wird dann von allen gesehen und alle sind richtig süß happy für ihn.
- Tanja, die bemerkt, dass sie nie das 0815-Schema-Leben wollte und immer nur Checkpoints wegstreichen wollte für ein vermeidlich glückliches Leben
- Ulf, der zumindest angedeutet eine bessere, nähere Beziehung zu Marvin hat, als es Tanja hat. Marvin scheint sich hauptsächlich ihm Gegenüber zu melden, wo er ist, was er macht, was ihn vielleicht beschäftigt. Hier wird er nicht als guter Vater porträtiert, aber als einer der dem Kind auch seine Privatsphäre und Distanz gewährt und respektiert.
- als Tanja tatsächlich mal Bertholds Buch als Hörbuch hört und er endlich die Gratifikation bekommt und Tanja auch evtl (???) was gelernt hat? Zumindest scheint sie bewegt zu sein. Zeigen tut sich das im Verlauf aber nicht wirklich.
- Strombergs Crash Out, ein Mann dessen Fassade zerbröckelte, ein selbstbezeichnender Aussetzer. Dieser Zerfall wurde relativ gut gezeigt, auch mit der dokumentierenden Kamera, die kommentarlos dabeibleibt.
-> das gipfelt dann in mMn dem schönsten Moment des Filmes, die Interaktion zwischen Stromberg und dem Obdachlosen. Stromberg scheint hier erstmals ne Menge Empathie aufzubringen, umarmt diesen Mann, gibt ihm seine Jacke, versucht ihn aufzumuntern, und zuerst scheint das auch relativ Selbstzweckbefreit zu sein.
- Jenny, die über Beziehungen redet und wie sie nicht mehr in der Lage ist, aufrichtig zu lieben nach so vielen herzbrüchen
- Luna, die von der älteren Frau im Team ehrenlose verkauft wird zeigt sehr schön auf wie in einem kaputten system auch vermeidliche Solidarität (unter Frauen) ganz schnell zu einem Ich-Oder-Du-Mindset führen kann
Dann aber wird alles durch den weiteren Verlauf torpediert:
-Stromberg wird heroifiziert, hält seine populistische Rede, wird abgefeiert und kriegt seinen alten Chefsjob und macht gleich da weiter mit der Schikane der Mitarbeiter. Mir absolut egal wie Gesellschaftskritisch dieser Film sein will - er ist es einfach nicht
-Jenny bleibt bei diesem influencer und steht null für sich ein
- Ulf und Tanja scheinen auch wieder happy?? Ach und als Marvin sich denen öffnen will und darüber sprechen will dass Manu (Bar-guy) ihm schreibt und dann aber absolut egoistisch Ulf und Tanja Ehestreit dazwischenschieben kriegen sie als Belohnung zu hören dass sie die besten Eltern seien. Und klar ist das build up für einen Witz von Marvin, aber come on, trotzdem ist suddenly harmonisch und alle lachen und liegen sich in den Armen.. nein.. die meisten dieser Charaktere sind high-key am zugrundegehen an ihren Leben und es wird alles schöngezeichnet.
- Stromberg sobald er merkt dass seine Freunde für ihn da sind auf der Brücke verlangt diese scheiß Jacke wieder zurück, was wieder einmal zeigt was für ein hs er ist. Dabei schaffen sie es für einen klitzekleinn Augenblick dass man Mitleid mit ihm hat. Auf der ganzen Flucht mit dem Auto scheint er fast schon senil, umzurechnungsfähig und komplett in der Vergangenheit gefangen. Es gipfelt in ihm wie er im Capital Gebäude im Treppenhaus an das Geländer lehnt und wirklich unverständliche, unzusammenhängende und unvollständige fetzen von Sprüchen runterrattert. Der Mann ist am Ende und gehört ins Altenheim fast schon. Doch dann die Revitalisierung und er ist top fit wenn die Kamera am Ende auf ihn zeigt und er spielt sein ganzes Programm wieder runter, mit dem einzigen Unterschied dass er jetzt wieder gemocht wird und er seine ach so notwendige externe Gratifikation bekommt.
- Bertholds Figur wird auch torpediert indem er in der Gruppe der Stromberg Lookalikes gezeigt wird und sexistische Kommentare ggü Luna in ihrer Anwesenheit verurteilt und sobald diese weg ist, sucht er doch wieder dieses Zugehörigkeitsgefühl und lacht dann heimlich. Er wird richtig cool gezeichnet als person die also einzige wirklich Selbstoptimierung und Selbstreflexion durchgeführt hat und jetzt mit sich selbst im reinen ist und relativ moralisch gut handelt. Und dann das..
- auch sehr lost wie die Möglichkeit dass Tanja einen Seitensprung begang lange angeteasert wird und dann wirft sie das Handy aus dem Fenster und die suchen das Jahrelang Gefühlt und dann wird dieser Plotpunkt einfach fallen gelassen. Dann Fangs doch nicht an, mensch.
- der bedeutungsvollste Satz von Julian ist immer noch soo shallow und reingepresst, als er meint auf insta sei ja niemand wirklich glücklich. Ein Satz. Und jetzt ist es ein guter Film? Haben wir jetzt ne Message? Ach ne, es braucht ja mehr als das...
- das reingestreue von Anglizismen, "memes" und das zeigen von echten Youtubern und influencern kommt dann nur noch weirdly anbiedernd rüber..
- ach und der einzig neue Charakter Marvin hat viel zu wenig screentime für das Potenzial was das ganze gehabt hätte