GERMAN VERSION (english below)
Nordwand ist ein überraschend beeindruckender Film, mit viel Dramatik und Spannung, mit großen, fantastischen Aufnahmen und tragischen Wendungen. Und all dies wobei er tatsächlich eine wahre Geschichte erzählt.
Es handelt von einem Traum, von einem Traum eines jeden Bergsteigers; etwas zu vollbringen, das noch keiner geschafft hat, einen Gipfel zu erklimmen, eine Herausforderung zu meistern, wie es noch keiner zuvor tat. Dieser Traum beruht 1936 ausschließlich auf der im Berner Oberland gelegenen Eiger Nordwand, dem sogenannten „letzten Problem der Alpen“. Seit Anbeginn der Besteigungsversuche ist diese Wand praktisch von Blut getränkt und bringt bis heute unzähligen wackeren Bergsteigern den Tod, was ihr wiederum den bitterironischen Spitznamen „Mordwand“ einbrachte.
Der 3.967 Meter hohe Eiger ist ein gewaltiger Koloss mitten in den Schweizer Alpen, ein riesiges Massiv mit einer 1.650 bis 1.800 Meter hohen Nordwand, die majestätisch über das gesamte vor ihr liegende Tal zu herrschen scheint. Ihr Aufstieg ist mörderisch, da sie bekannt ist für Steinschläge, Lawinen und plötzliche Wetterumschläge. Dieser riesige Gipfel scheint in diesem Film so unfassbar gewaltig und unüberwindbar, so erhaben und stolz ragt er zwischen seinen Nachbarn hervor, nach Norden gelehnt. Der Berg ist der einzig wahrhaftige Antagonist in diesem Film.
Und doch blüht Nordwand auf in der Schönheit und Freiheit des Bergsteigens. Die erste Hälfte erscheint wie eine Offenbarung, wie ein Liebesbrief an die malerischen und einzigartigen Alpen. Am Berg wird eine unglaubliche Ästhetik entfesselt, die die Technik des Bergsteigens in den 1930er Jahren spürbar macht. Politik oder andere weltliche Belange scheinen nichtig, wenn es einmal um das Erklimmen dieses großen Riesen geht. Der Eiger ist wie ein majestätischer König, der mit erhobenem Haupt über allem steht, er ist wunderschön, prachtvoll und edel. Doch irgendwann zeigt der Riese sein wahres Antlitz, er will sich nicht besiegen lassen und schüttelt seine tapfren Bergsteiger auf grausame Weise ab. Der Film wandelt sich zu einer Abwärtsspirale, hinein in den kalten, harten und vom Schneesturm unkenntlich gemachten Abgrund. Der Fels ist unvermeidlich und gnadenlos und nicht einmal die Liebe kann sich dieser steinernen Härte widersetzen.
Im Jahre 1938 schaffen es letztendlich vier Männer diesen unbezwingbaren Titanen zu bezwingen. Ein großer Erfolg soll es gewesen sein. Die Alpen, so hieß es, seien nun dem Menschen Untertan gemacht. Doch die Natur beugt sich nicht. Der Berg beugt sich nicht. Bis zum heutigen Tage fordert er Tribut an jenen, die er nicht für würdig erachtet. Die Eiger Nordwand bleibt ein nahezu sakraler Ort, der umgeben ist von Erzählungen rund um Horror und Dramatik. Er zieht uns hypnotisch zu sich durch seine wunderschöne Gewaltigkeit und Monumentalität, doch zeigt er nicht, welch bösartiges und erratisches Monstrum hinter seinen harten Felsen schlummert. Nordwand ist wohl mit Abstand der beste Bergsteiger-Film, den ich kenne!
ENGLISH VERSION ***
*********
**North Face **is a surprisingly powerful film, full of drama and suspense, with spectacular images and tragic twists. And all this while telling a true story.
It is about a dream, the dream of every mountaineer: to achieve something that no one has ever done before, to climb a summit, to master a challenge that no one has ever mastered before. In 1936, this dream was centred exclusively around the north face of the Eiger in the Bernese Oberland, known as the "last problem of the Alps". Since the first attempts to climb it, this face has been practically drenched in blood and has claimed the lives of countless brave mountaineers to this day, earning it the bitterly ironic nickname "Murder Wall".
The 3,967-meter-high Eiger is a mighty colossus in the middle of the Swiss Alps, a huge massif with a north face 1,650 to 1,800 meters high, which seems to dominate majestically over the entire valley below. Its ascent is murderous, since it is known for rockfalls, avalanches, and rapid changes in weather. In this film, this huge mountain peak seems so incredibly imposing and impenetrable, towering so majestically and pridefully above its neighbors, leaning to the north. The mountain is the only real antagonist in this film.
And yet North Face thrives on the beauty and freedom of mountaineering. The first half seems like a revelation, like a love letter to the picturesque and one-of-a-kind Alps. An incredible aesthetic is unleashed on the mountain, bringing to life the techniques of mountaineering in the 1930s. Politics and other worldly concerns seem insignificant when it comes to climbing this great giant. The Eiger is like a mighty king, standing tall above everything else, beautiful, magnificent, and noble. But at some point, the giant shows its true face; it does not want to be defeated and cruelly shakes off its brave mountaineers. The film turns into a downward spiral into the cold, hard abyss, made unrecognizable by the blizzard. The rock is inevitable and unforgiving, and not even love can resist this rocky hardness.
In 1938, four men finally managed to conquer this indomitable titan. It is said to have been a great success. The Alps, it was said, had now been conquered by man. But nature does not bend. The mountain does not bend. To this day, it takes its toll on those it deems unworthy. The Eiger North Face remains an almost sacral place, surrounded by tales of horror and drama. It draws us hypnotically to itself with its beautiful grandeur and monumentality, but it does not reveal the vicious and erratic monster that dwells behind its hard rocks. North Face is by far the best mountaineering film I know!
GERMAN VERSION (english below)
Nordwand ist ein überraschend beeindruckender Film, mit viel Dramatik und Spannung, mit großen, fantastischen Aufnahmen und tragischen Wendungen. Und all dies wobei er tatsächlich eine wahre Geschichte erzählt.
Es handelt von einem Traum, von einem Traum eines jeden Bergsteigers; etwas zu vollbringen, das noch keiner geschafft hat, einen Gipfel zu erklimmen, eine Herausforderung zu meistern, wie es noch keiner zuvor tat. Dieser Traum beruht 1936 ausschließlich auf der im Berner Oberland gelegenen Eiger Nordwand, dem sogenannten „letzten Problem der Alpen“. Seit Anbeginn der Besteigungsversuche ist diese Wand praktisch von Blut getränkt und bringt bis heute unzähligen wackeren Bergsteigern den Tod, was ihr wiederum den bitterironischen Spitznamen „Mordwand“ einbrachte.
Der 3.967 Meter hohe Eiger ist ein gewaltiger Koloss mitten in den Schweizer Alpen, ein riesiges Massiv mit einer 1.650 bis 1.800 Meter hohen Nordwand, die majestätisch über das gesamte vor ihr liegende Tal zu herrschen scheint. Ihr Aufstieg ist mörderisch, da sie bekannt ist für Steinschläge, Lawinen und plötzliche Wetterumschläge. Dieser riesige Gipfel scheint in diesem Film so unfassbar gewaltig und unüberwindbar, so erhaben und stolz ragt er zwischen seinen Nachbarn hervor, nach Norden gelehnt. Der Berg ist der einzig wahrhaftige Antagonist in diesem Film.
Und doch blüht Nordwand auf in der Schönheit und Freiheit des Bergsteigens. Die erste Hälfte erscheint wie eine Offenbarung, wie ein Liebesbrief an die malerischen und einzigartigen Alpen. Am Berg wird eine unglaubliche Ästhetik entfesselt, die die Technik des Bergsteigens in den 1930er Jahren spürbar macht. Politik oder andere weltliche Belange scheinen nichtig, wenn es einmal um das Erklimmen dieses großen Riesen geht. Der Eiger ist wie ein majestätischer König, der mit erhobenem Haupt über allem steht, er ist wunderschön, prachtvoll und edel. Doch irgendwann zeigt der Riese sein wahres Antlitz, er will sich nicht besiegen lassen und schüttelt seine tapfren Bergsteiger auf grausame Weise ab. Der Film wandelt sich zu einer Abwärtsspirale, hinein in den kalten, harten und vom Schneesturm unkenntlich gemachten Abgrund. Der Fels ist unvermeidlich und gnadenlos und nicht einmal die Liebe kann sich dieser steinernen Härte widersetzen.
Im Jahre 1938 schaffen es letztendlich vier Männer diesen unbezwingbaren Titanen zu bezwingen. Ein großer Erfolg soll es gewesen sein. Die Alpen, so hieß es, seien nun dem Menschen Untertan gemacht. Doch die Natur beugt sich nicht. Der Berg beugt sich nicht. Bis zum heutigen Tage fordert er Tribut an jenen, die er nicht für würdig erachtet. Die Eiger Nordwand bleibt ein nahezu sakraler Ort, der umgeben ist von Erzählungen rund um Horror und Dramatik. Er zieht uns hypnotisch zu sich durch seine wunderschöne Gewaltigkeit und Monumentalität, doch zeigt er nicht, welch bösartiges und erratisches Monstrum hinter seinen harten Felsen schlummert. Nordwand ist wohl mit Abstand der beste Bergsteiger-Film, den ich kenne!
ENGLISH VERSION ***
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**North Face **is a surprisingly powerful film, full of drama and suspense, with spectacular images and tragic twists. And all this while telling a true story.
It is about a dream, the dream of every mountaineer: to achieve something that no one has ever done before, to climb a summit, to master a challenge that no one has ever mastered before. In 1936, this dream was centred exclusively around the north face of the Eiger in the Bernese Oberland, known as the "last problem of the Alps". Since the first attempts to climb it, this face has been practically drenched in blood and has claimed the lives of countless brave mountaineers to this day, earning it the bitterly ironic nickname "Murder Wall".
The 3,967-meter-high Eiger is a mighty colossus in the middle of the Swiss Alps, a huge massif with a north face 1,650 to 1,800 meters high, which seems to dominate majestically over the entire valley below. Its ascent is murderous, since it is known for rockfalls, avalanches, and rapid changes in weather. In this film, this huge mountain peak seems so incredibly imposing and impenetrable, towering so majestically and pridefully above its neighbors, leaning to the north. The mountain is the only real antagonist in this film.
And yet North Face thrives on the beauty and freedom of mountaineering. The first half seems like a revelation, like a love letter to the picturesque and one-of-a-kind Alps. An incredible aesthetic is unleashed on the mountain, bringing to life the techniques of mountaineering in the 1930s. Politics and other worldly concerns seem insignificant when it comes to climbing this great giant. The Eiger is like a mighty king, standing tall above everything else, beautiful, magnificent, and noble. But at some point, the giant shows its true face; it does not want to be defeated and cruelly shakes off its brave mountaineers. The film turns into a downward spiral into the cold, hard abyss, made unrecognizable by the blizzard. The rock is inevitable and unforgiving, and not even love can resist this rocky hardness.
In 1938, four men finally managed to conquer this indomitable titan. It is said to have been a great success. The Alps, it was said, had now been conquered by man. But nature does not bend. The mountain does not bend. To this day, it takes its toll on those it deems unworthy. The Eiger North Face remains an almost sacral place, surrounded by tales of horror and drama. It draws us hypnotically to itself with its beautiful grandeur and monumentality, but it does not reveal the vicious and erratic monster that dwells behind its hard rocks. North Face is by far the best mountaineering film I know!