Japanuary Nr. 13Was passiert wohl im Kopf einer Person, die künstlerisch alles erreicht hat? Komiker, Showmaster, Schauspieler, international anerkannter Regisseur, Maler, Autor...und alles davon erfolgreich? Ist es da nicht verständlich, wenn dieser Mensch, also Takeshi Kitano, in eine Art Sinnkrise stürzt und sich Fragen über seine (künstlerische) Identität stellt?
Ich hab keine Ahnung. Woher soll ich das wissen? ICH hab ja keinen Erfolg! 😔
Nach TAKESHIS kommt aber jedenfalls der Gedanke auf, das hier ist Kitanos Therapiefilm, oder besser, sein MULHOLLAND DRIVE.
Figuren tauchen auf, und dann wieder in ganz anderen Kontexr. Weiter sie selbst, aber auch nicht. Dinge passieren. Geträumt? Wirklich? Oder alles nur inszenierter Film im Film? Wer ist der wahre Kitano? Ein erfolgreicher Prominenter? Ein Angestellter in nem Convinience Store. Oder doch ein Taxifahrer? Oder alles? Oder so?
Ich hab weiterhin keinen Schimmer. Auch nicht, was mir Kitano sagen will. Das Gute ist aber, wenn man diesen Drang alles zu kapieren überwunden und das Notizbuch (um den Überblick nicht zu verlieren) weggelegt hat, sich einfach mal treiben lässt, dann ist TAKESHIS echt gut. Dann kommt der bizarre Humor aus
GETTING ANY?, das Spröde seiner Yakuzadramen etc. zur Geltung. Und eine wunderschöne Strandszene gibt es ebenfalls.
TAKESHIS ist recht klar, eine sehr unklare Bestandsaufnahme seines bisherigen Schaffens. Wenn er danach seinen Kopf frei hatte, sehr gut. Dass er dabei einen duften Film erschuf, der uns an seinem Innenleben teilhaben lässt, noch besser.
Win-Win für alle.