Das ist jetzt mein zweiter Aki Kaurismäki-Film, und ich muss sagen, ich kann ihn zwar für seine künstlerischen Ambitionen wertschätzen. Dieses Mal hat Kaurismäkis lakonisch-skurriler Ton jedoch nicht so gut auf mich gewirkt. Wahrscheinlich weil ich mir den nicht in der heitersten Stimmung angesehen hab, war es ein bisschen ein Downer.
Dennoch mag ich den Fokus auf Menschen in der untersten Arbeiterklasse, wie sie leben, wie sie lieben und wie sie trotz beschwerlicher Bedingungen ihren Alltag bestreiten. Die proletarische Reihe befasst sich insbesondere mit der empfindsamen Gefühlswelt dieser unterrepräsentierten Schicht.
Oftmals in Form von Liebesnarrativen zeigt Kaurismäki, wie die finanziell prekäre Situation der Charaktere das Zwischenmenschliche beeinflusst. So erinnerte mich zum Beispiel „Fallen Leaves“ daran, welche Bedeutung menschlichen Bindungen zukommen sollte, vor allem, wenn kapitalistische Ausbeutung einen ziemlich stark isolieren kann. In der tristen, bedrückenden Atmosphäre arbeiten Kaurismäkis Helden für ihre bloße Existenz und leben für die ganz einfachen Dinge. Sei es ein Date beim kostenlosen Bingo-Event, beim Imbissstand, während man sich über den Müll bückt, oder am Strand bei grauem Meer und grauem Himmel. Dabei behält die mis-en-scene trotzdem wunderschön leuchtende Primärfarben, die in der kargen Atmosphäre durchscheinen.
Seine Filme sind trist, aber niemals ganz trostlos. Statt diese Gegebenheiten mit Tragik oder Drama zu verzieren, bleibt Kaurismäki bei seinem typischen nüchternen, trockenen Ton. Es wirkt absurd, wie pragmatisch und fast unberührt die Charaktere auf verheerende Schicksalsschläge reagieren. In dieser schroffen Art findet Kaurismäki einen Humor, der skurril, makaber, deprimierend und – ich glaube – sehr typisch finnisch ist.
Es hat schon fast etwas Absurdistisches daran, die eigene Misere anzunehmen, zu akzeptieren und sogar darin Humor zu finden. Manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, umso besonderer ist es, jemanden bei sich zu haben.
Ich liebe ja weitere „Kapitalismus ist scheiße aber wir haben zumindest einander“- Filme, wie „City Lights“ von Charlie Chaplin oder mein fave „The Apartment“ von Billy Wilder. Dieser besitzt eine Old-Hollywood-Sentimentalität, die Kaurismäki bewusst auslässt.
So ist er im Ton eher verklärend, hoffnungsvoll und traditionell romantisch. Ich würde dennoch betonen, dass er durchaus gesellschaftskritisch gelesen werden kann. Die Bourgeoisie wird skrupel- und rücksichtslos dargestellt. Jack Lemmon opfert Schlaf, Ruf und einen Teil seiner Würde, um sich von ihnen ausnutzen zu lassen. Zusätzlich ist trotz des formalen Happy Ends unklar, ob beide wieder Arbeit finden.
Auch wenn ich Kaurismäkis nüchternen Realismus interessant finde, braucht es für mich gelegentlich etwas mehr überschwängliche Emotionalität, nicht unbedingt nur als eskapistische Realitätsflucht, sondern weil sich vor allem Verliebtsein oft anfühlt, als wäre es zu schön, um wahr zu sein.
Mein Klassenbewusstsein schätzt Kaurismäki, mein rührseliges Herz sehnt sich eher nach einer klassischen Romanze
Das ist jetzt mein zweiter Aki Kaurismäki-Film, und ich muss sagen, ich kann ihn zwar für seine künstlerischen Ambitionen wertschätzen. Dieses Mal hat Kaurismäkis lakonisch-skurriler Ton jedoch nicht so gut auf mich gewirkt. Wahrscheinlich weil ich mir den nicht in der heitersten Stimmung angesehen hab, war es ein bisschen ein Downer.
Dennoch mag ich den Fokus auf Menschen in der untersten Arbeiterklasse, wie sie leben, wie sie lieben und wie sie trotz beschwerlicher Bedingungen ihren Alltag bestreiten. Die proletarische Reihe befasst sich insbesondere mit der empfindsamen Gefühlswelt dieser unterrepräsentierten Schicht.
Oftmals in Form von Liebesnarrativen zeigt Kaurismäki, wie die finanziell prekäre Situation der Charaktere das Zwischenmenschliche beeinflusst. So erinnerte mich zum Beispiel „Fallen Leaves“ daran, welche Bedeutung menschlichen Bindungen zukommen sollte, vor allem, wenn kapitalistische Ausbeutung einen ziemlich stark isolieren kann. In der tristen, bedrückenden Atmosphäre arbeiten Kaurismäkis Helden für ihre bloße Existenz und leben für die ganz einfachen Dinge. Sei es ein Date beim kostenlosen Bingo-Event, beim Imbissstand, während man sich über den Müll bückt, oder am Strand bei grauem Meer und grauem Himmel. Dabei behält die mis-en-scene trotzdem wunderschön leuchtende Primärfarben, die in der kargen Atmosphäre durchscheinen.
Seine Filme sind trist, aber niemals ganz trostlos. Statt diese Gegebenheiten mit Tragik oder Drama zu verzieren, bleibt Kaurismäki bei seinem typischen nüchternen, trockenen Ton. Es wirkt absurd, wie pragmatisch und fast unberührt die Charaktere auf verheerende Schicksalsschläge reagieren. In dieser schroffen Art findet Kaurismäki einen Humor, der skurril, makaber, deprimierend und – ich glaube – sehr typisch finnisch ist.
Es hat schon fast etwas Absurdistisches daran, die eigene Misere anzunehmen, zu akzeptieren und sogar darin Humor zu finden. Manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, umso besonderer ist es, jemanden bei sich zu haben.
Ich liebe ja weitere „Kapitalismus ist scheiße aber wir haben zumindest einander“- Filme, wie „City Lights“ von Charlie Chaplin oder mein fave „The Apartment“ von Billy Wilder. Dieser besitzt eine Old-Hollywood-Sentimentalität, die Kaurismäki bewusst auslässt.
So ist er im Ton eher verklärend, hoffnungsvoll und traditionell romantisch. Ich würde dennoch betonen, dass er durchaus gesellschaftskritisch gelesen werden kann. Die Bourgeoisie wird skrupel- und rücksichtslos dargestellt. Jack Lemmon opfert Schlaf, Ruf und einen Teil seiner Würde, um sich von ihnen ausnutzen zu lassen. Zusätzlich ist trotz des formalen Happy Ends unklar, ob beide wieder Arbeit finden.
Auch wenn ich Kaurismäkis nüchternen Realismus interessant finde, braucht es für mich gelegentlich etwas mehr überschwängliche Emotionalität, nicht unbedingt nur als eskapistische Realitätsflucht, sondern weil sich vor allem Verliebtsein oft anfühlt, als wäre es zu schön, um wahr zu sein.
Mein Klassenbewusstsein schätzt Kaurismäki, mein rührseliges Herz sehnt sich eher nach einer klassischen Romanze