GERMAN VERSION (english below)„Ich glaube, ich habe keine guten Träume, wahrscheinlich habe ich sie, aber ich erinnere mich nie an sie; immer nur an die Albträume.“
- Elon Musk
Auf den ersten Blick mag dies sicher schlicht wie eine Dokumentation über die Geschichte und Wirkung des Internets erscheinen, doch es wäre nicht Werner Herzog, der diese Doku gemacht hat, wenn nicht doch noch viel mehr dahinter stecken würde. Herzog erforscht hier in insgesamt 10 Kapiteln all jene Aspekte, die das Internet beeinflusst oder noch beeinflussen könnte; von seiner Entstehungsgeschichte, über seine Auswirkungen auf den menschlichen Körper und Geist, über seine Möglichkeiten, seine Gefahren für uns, unsere Abhängigkeit gegenüber ihm, sowohl auch sein Zusammenhang mit der Reise in die unendlichen Weiten des Weltraums.
Alle möglichen Aspekte unseres Lebens sind heute vom Internet eingebunden, wir vertrauen ihm alles mögliche an, wollen so viel Arbeit wie möglich abgeben, doch geht Macht auch damit einher.
„Ich glaube, eine Zeit wird kommen, wo Maschinen fast alles erledigen. Wir werden immer noch Menschen brauchen, aber wenn sie mich fragen, ob es irgendwann eine intelligente Maschine geben wird, die Filme macht? Ja, absolut. Werden die Filme so gut wie Ihre sein? Niemals.“
Das Internet, Maschinen im Allgemeinen, werden immer komplexer, immer faszinierender, doch gleichzeitig doch immer mächtiger und gefährlicher. Unser eigenes Denken wird uns entnommen und wir verlassen uns auf Prozesse und Berechnungen, die oftmals eigentlich nur menschliches Handeln imitieren sollen. Es stellt sich also auch die Frage, wie menschlich wir selbst eigentlich noch sind, wenn wir doch nur noch auf eine Kopie, eine Nachahmung unserer selbst hören. So kann nichts eigenes mehr entstehen, man ist gefangen in einem endlosen Kreislauf, der nichts eigenes mehr hervorbringt.
„Ich finde es schlimm, dass echtes, kritisches und kreatives Denken verloren gehen. Ich halte Computer und das Internet für die schlimmsten Feinde des kritischen Denkens. Die Jungen Menschen benutzen Maschinen, anstatt die Dinge selbst zu untersuchen; sie verstehen nicht, was sie sehen, hören und lernen. Sie brauchen das Internet, um etwas zu entschlüsseln, sie befassen sich mit Zahlen und nicht mit Ideen. Sie verstehen die Konzepte nicht mehr und das ist ein Problem.“
Und in all der Abhängigkeit von etwas Ungreifbarem sehnen wir uns doch aus der Komplexität unsrer eigens verschuldeten Sklaverei hinaus. Wir sind gefangen in einem endlosen Zyklus der Digitalisierung, der immer weiter fortschreitet und das Individuum immer weiter entmenschlicht und anonymisiert. Wir können nichts tun, außer uns weiter in die Fiktion fliehen, in eine Welt, die irgendwo da draußen existieren mag, so nimmt sich auch die Dokumentation den fernen Sternen an, dass es dort draußen doch sehr schön sein muss. Es scheint, als hätten wir uns in eine Einbahnstraße manövriert, in eine Teufelskreis hinein, der uns immer weiter in den Abgrund reißt und den Menschen in uns immer weiter vernichtet.
***ENGLISH VERSION
***
***„I don't think I have good dreams, probably I do, but I never remember them; only the nightmares.“
***- Elon Musk
At first glance, this may seem like a simple documentary about the history and impact of the internet, but it wouldn't be Werner Herzog who made this documentary if there wasn't a whole lot more to it than that. In a total of 10 chapters, Herzog explores all the aspects that the internet has affected or could still affect, from its origins to its effects on the human body and mind, its possibilities, its dangers for us, our addiction to it, and its connection to the journey into the infinite vastness of space.
All possible aspects of our lives are now connected to the internet. We entrust it with everything we can, want to hand over as much work as possible, yet power also comes along with that.
„I believe a time will come when machines will do almost everything. We will still need humans, but if you ask me whether there will ever be an intelligent machine that makes films? Yes, absolutely. Will the films be as good as yours? Never.“
The internet and machines in general are becoming increasingly complex and fascinating, but at the same time increasingly powerful and dangerous. Our own thinking is being taken away from us and we are depending on processes and calculations that are often only meant to imitate human actions. This raises the question of how human we actually still are if we only listen to a copy, an imitation of ourselves. Nothing original can be created anymore; we are trapped in an endless cycle that no longer produces anything of its own.
„I think it's terrible that real, critical, and creative thinking is being lost. I consider computers and the internet to be the worst enemies of critical thinking. Young people use machines instead of examining things for themselves; they don't understand what they see, hear, and learn. They need the internet to decipher things; they deal with numbers and not ideas. They no longer understand concepts, and that's a problem.“
And in all this dependence on something incomprehensible, we long to escape the complexity of our self-inflicted slavery. We are trapped in an endless cycle of digitalization that continues to advance, increasingly dehumanizing and anonymizing the individual. We can do nothing but continue to flee into fiction, into a world that may exist somewhere out there, just as the documentary takes on the distant stars, suggesting that it must be very beautiful out there. It seems as if we have maneuvered ourselves into a one-way street, into a vicious circle that pulls us further and further into the abyss and continually destroys the human being within us.