Berlin Now backdrop

Berlin Now

1985·Music·59m
7.1
A voyeuristic panorama of a specific moment in the German independent music scene.
Directed by Sissy Kelling and Wolfgang Büld

Cast

Alexander Hacke
Alexander Hacke
Himself
Christoph Dreher
Christoph Dreher
Self
FM Einheit
FM Einheit
Self
Mona Mur
Mona Mur
Self
Thomas Wydler
Thomas Wydler
Self (As Die Haut)

Crew

Wolfgang Büld
Wolfgang Büld
Director

Popular Reviews

1 review
Gojira
Gojira
Berlin Now
"Ich hab noch einen Koffer in Berlin..."

Eine junge Frau läuft durch das West-Berlin von 1985, untermalt von Musikern dieser Zeit.

Sissy Kelling, die Dame der ich ja leichten Spott ggü ihrer Darbietung in DER FORMEL EINS FILM entgegenbrachte, war zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, genauer 1984 bis 1988 anscheinend aufstrebender als ich dachte. So wenig wie ich heute auch über sie finde, so umtriebig war sie unterwegs. Neben der Rolle in besagten Film, war sie auch saxophon- und darstellermäßig in den Serie BLAM! sowie ROCK POWER TELEVISION am mitwirken und war dann auch maßgeblich hier mit dabei. Neben Büld teilt sie sich die Regie, das Editing und ist als Bindeglied zwischen den Musikacts dabei. Wirklich was zu tun hat sie dabei nicht, die Kamera folgt ihr einfach durch Berlin.

Und was für ein (West) Berlin das ist. Ich wage zu behaupten, wenn sich auch Leute auch heute noch von meiner Heimatstadt angezogen fühlen, dann haben sie eine romantisierte Form dieses Berlins vor Augen. Einer Stadt, die laut Wolfgang Neuss den dritten Weltkrieg dadurch verhindert, da der Zweite dort nie zuende ist. Die sich in einem permanenten Wiederaufbau befindet, wo die Spuren des Krieges noch überall sichtbar sind und sich verschiedene Kulturen in der einerseits zu engen eingemauerten Insel auf die Füße treten, aber es noch unendlich viele Freiräume gibt, und jeder über 40 die Nazizeit noch bewusst miterlebt hat und dies als unterschwelliges Dumpfbrodeln unter all der Anarchie liegt.

Die Musiknummern (deren Qualität von Au fein bis weia reicht), von denen ich ehrlich gesagt nur Blixa Bargeld und die Einstürzenden Neubauten kenne, untermalen eine kulturelle Vielfalt, bei der selbst die Person die wenig kann, noch als Avantgarde durchgeht und den Soundtrack einer Stadt liefert, die kurz vor dem Untergang steht. Denn das Berlin dieses Films endete vier Jahre später und existiert nicht mehr.

Was bleibt ist eine vage Erinnerung, an eine schmutzige Postkartenidylle, die dieser Film adäquat einfängt.

Findet man auf YouTube:
https://youtu.be/HzR6-l04V0s
"Ich hab noch einen Koffer in Berlin..."

Eine junge Frau läuft durch das West-Berlin von 1985, untermalt von Musikern dieser Zeit.

Sissy Kelling, die Dame der ich ja leichten Spott ggü ihrer Darbietung in DER FORMEL EINS FILM entgegenbrachte, war zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, genauer 1984 bis 1988 anscheinend aufstrebender als ich dachte. So wenig wie ich heute auch über sie finde, so umtriebig war sie unterwegs. Neben der Rolle in besagten Film, war sie auch saxophon- und darstellermäßig in den Serie BLAM! sowie ROCK POWER TELEVISION am mitwirken und war dann auch maßgeblich hier mit dabei. Neben Büld teilt sie sich die Regie, das Editing und ist als Bindeglied zwischen den Musikacts dabei. Wirklich was zu tun hat sie dabei nicht, die Kamera folgt ihr einfach durch Berlin.

Und was für ein (West) Berlin das ist. Ich wage zu behaupten, wenn sich auch Leute auch heute noch von meiner Heimatstadt angezogen fühlen, dann haben sie eine romantisierte Form dieses Berlins vor Augen. Einer Stadt, die laut Wolfgang Neuss den dritten Weltkrieg dadurch verhindert, da der Zweite dort nie zuende ist. Die sich in einem permanenten Wiederaufbau befindet, wo die Spuren des Krieges noch überall sichtbar sind und sich verschiedene Kulturen in der einerseits zu engen eingemauerten Insel auf die Füße treten, aber es noch unendlich viele Freiräume gibt, und jeder über 40 die Nazizeit noch bewusst miterlebt hat und dies als unterschwelliges Dumpfbrodeln unter all der Anarchie liegt.

Die Musiknummern (deren Qualität von Au fein bis weia reicht), von denen ich ehrlich gesagt nur Blixa Bargeld und die Einstürzenden Neubauten kenne, untermalen eine kulturelle Vielfalt, bei der selbst die Person die wenig kann, noch als Avantgarde durchgeht und den Soundtrack einer Stadt liefert, die kurz vor dem Untergang steht. Denn das Berlin dieses Films endete vier Jahre später und existiert nicht mehr.

Was bleibt ist eine vage Erinnerung, an eine schmutzige Postkartenidylle, die dieser Film adäquat einfängt.

Findet man auf YouTube:
https://youtu.be/HzR6-l04V0s
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