Japanuary Nr. 5
Ein Film über ein Virus aus Leipzig (!), das durch blöde Umstände, die Welt ausrottet. Genau das Richtige um sich momentan abzulenken.
Fukasaku und Co. hat es definitiv nicht an Ambitionen gemangelt, das Ende der Welt so ausufernd episch, wie filmisch möglich, umzusetzen. Indes, so gefühlt fehlt es aber noch am letzten Kniff um besagte Ambitionen vollendes zu erfüllen. Ein Indiz sind da z.B. schon die internationalen Stars, bei denen viele willkommene Gesichter dabei sind, nicht falsch verstehen. Aber rd. 10 Jahre vorher wäre das der Cast gewesen, mit dem ein Italowestern international gepusht hätte werden sollen. Will heißen, eine gewisse Sparsamkeit beim Budget lässt sich nie ganz leugnen. Der Schauplatz USA z.B. besteht zu 90% nur aus einer Kulisse des Oval Office.
Dass das aber grundsätzlich (ein paar Straffungen hätten imho durchaus gut getan, auch wenn ich nicht wüsste wo) gut funktioniert, ist Fukasakus Können zu verdanken. Ihm gelingt es allein mit Standbildern von Welthauptstädten und der simplen Einblendung von Todesfällen, den Untergang der Menschheit rüberzubringen. Ansonsten sind es vor allem viele Einzelepisoden (z.B. Krankenschwester und Kind die mit Motorboot gen Tod fahren, das Funkgespräch mit einem 5jährigen Kind) die das Ende der Zivilisation unangenehm greifbar werden lassen.
Und wenn sich die letzten Überlebenden in der Arktis sammeln, dann geht es uneingeschränkt düster weiter, werden immens unangenehme Dinge zur Sprache gebracht (9 Frauen auf über 800 Männer, was macht man?).
Werke wie CONTAGION mögen in ihrer wissenschaftlichen Rangehensweise näher an der Wirklichkeit sein, aber VIRUS hat mich emotional bei weitem mehr erwischt.
Spätestens wenn in der letzten halben Stunde gezeigt wird, selbst wenn die Menschheit ausgestorben ist, deren jahrzehntelange Dummheit versaut auch danach noch alles, wird es zappenduster...rer. Am Ende steht die wohl hoffnungsloseste Happy End Szene der Filmgeschichte.
VIRUS ist absolut empfehlenswert. Wenn man seelisch gefestigt ist. Aber NUR in der Langfassung. Die internationale Fassung lässt rund eine Stunde vermissen. Aber dafür hat sie in Deutschland den schönsten Titel: OVERKILL - DURCH DIE HÖLLE ZUR EWIGKEIT.
PS: Einige Parallelen zu DR. STRANGELOVE wurden von mir interessiert wahrgenommen.
Japanuary Nr. 5
Ein Film über ein Virus aus Leipzig (!), das durch blöde Umstände, die Welt ausrottet. Genau das Richtige um sich momentan abzulenken.
Fukasaku und Co. hat es definitiv nicht an Ambitionen gemangelt, das Ende der Welt so ausufernd episch, wie filmisch möglich, umzusetzen. Indes, so gefühlt fehlt es aber noch am letzten Kniff um besagte Ambitionen vollendes zu erfüllen. Ein Indiz sind da z.B. schon die internationalen Stars, bei denen viele willkommene Gesichter dabei sind, nicht falsch verstehen. Aber rd. 10 Jahre vorher wäre das der Cast gewesen, mit dem ein Italowestern international gepusht hätte werden sollen. Will heißen, eine gewisse Sparsamkeit beim Budget lässt sich nie ganz leugnen. Der Schauplatz USA z.B. besteht zu 90% nur aus einer Kulisse des Oval Office.
Dass das aber grundsätzlich (ein paar Straffungen hätten imho durchaus gut getan, auch wenn ich nicht wüsste wo) gut funktioniert, ist Fukasakus Können zu verdanken. Ihm gelingt es allein mit Standbildern von Welthauptstädten und der simplen Einblendung von Todesfällen, den Untergang der Menschheit rüberzubringen. Ansonsten sind es vor allem viele Einzelepisoden (z.B. Krankenschwester und Kind die mit Motorboot gen Tod fahren, das Funkgespräch mit einem 5jährigen Kind) die das Ende der Zivilisation unangenehm greifbar werden lassen.
Und wenn sich die letzten Überlebenden in der Arktis sammeln, dann geht es uneingeschränkt düster weiter, werden immens unangenehme Dinge zur Sprache gebracht (9 Frauen auf über 800 Männer, was macht man?).
Werke wie CONTAGION mögen in ihrer wissenschaftlichen Rangehensweise näher an der Wirklichkeit sein, aber VIRUS hat mich emotional bei weitem mehr erwischt.
Spätestens wenn in der letzten halben Stunde gezeigt wird, selbst wenn die Menschheit ausgestorben ist, deren jahrzehntelange Dummheit versaut auch danach noch alles, wird es zappenduster...rer. Am Ende steht die wohl hoffnungsloseste Happy End Szene der Filmgeschichte.
VIRUS ist absolut empfehlenswert. Wenn man seelisch gefestigt ist. Aber NUR in der Langfassung. Die internationale Fassung lässt rund eine Stunde vermissen. Aber dafür hat sie in Deutschland den schönsten Titel: OVERKILL - DURCH DIE HÖLLE ZUR EWIGKEIT.
PS: Einige Parallelen zu DR. STRANGELOVE wurden von mir interessiert wahrgenommen.