GERMAN VERSION (english below)
Wir schreiben das Jahr 1525. Nach Jahren wechselnder Bündnisse flammt der Krieg um Italien erneut auf. Auf der Apenninenhalbinsel ringen die europäischen Großmächte – allen voran Kaiser Karl V. und der französische König Franz I. – um Einfluss und Vorherrschaft. Mit der Niederlage Frankreichs bei Pavia scheint das Kräfteverhältnis zugunsten des Kaisers entschieden.
Doch die wachsende Macht der Habsburger ruft Widerstand hervor. 1526 formiert sich unter Führung Papst Clemens’ VII. die Liga von Cognac, ein Bündnis des Kirchenstaates mit Frankreich gegen Karl V. Neue Feldzüge verwüsten das Land, während kaiserliche Söldnerheere mangels Sold und Versorgung zunehmend die Disziplin verlieren und ungezügelt, plündernd und brandschatzend durchs Lande ziehen. Nach einem Schlaganfall ihres Anführers Frundsberg, sowie dem Tod des Oberfeldherrn Charles de Bourbon, drängen die nunmehr führerlosen Söldner auf Entlohnung. Aus dieser militärischen und politischen Eskalation heraus marschieren sie 1527 auf Rom – es kommt zum Sacco di Roma, der großen Plünderung Roms, der die Auseinandersetzung in einem Akt beispielloser Gewalt kulminieren lässt.
The Profession of Arms spielt genau vor dem Kipppunkt, vor dem großen Wahnsinn, der die Söldnerheere befiel. Es ist eine Zeit, in der der Ausgang dieses Konfliktes noch nicht absehbar ist. Der Junge aber ambitionierte Giovanni De‘ Medici führt die päpstlichen Truppen an, doch schon nur nach einigen Scharmützeln mit den deutschen Landsknechten wird die Situation immer auswegloser. Der Kampf wird immer grausiger und der Winter zwingt die Männer in die Knie. Vor unseren Augen wird der Krieg immer moderner.
Der Film im Allgemeinen thematisiert den Übergang vom spätmittelalterlichen Söldnerwesen zur frühneuzeitlichen Kriegsführung, insbesondere die zunehmende Bedeutung von Feuerwaffen und Artillerie, die das traditionelle Ritterideal und die persönliche Tapferkeit auf dem Schlachtfeld verdrängen. Giovannis Verwundung durch eine Kanonenkugel symbolisiert diesen Epochenbruch unmittelbar vor dem Sacco di Roma.
Was The Profession of Arms wirklich besonders macht, ist seine Atmosphäre, sein Stil, sein Aussehen. Er ist ganz rau, wirkt hautnah, authentisch und vollkommen nüchtern. Burgen kommen hervor aus der Finsternis, Nebel hüllt sich um die Lanzen und Flaconette der Söldner und Schnee hat sich überall auf die dürren Äste gelegt. Trotz dessen, dass der Film im Jahre 2001 erschien, scheint es, als hätte er bereits ein unglaublich stolzes Alter erreicht, so ästhetisch und authentisch ist er, so sehr hat er die Atmosphäre, praktisch die Aura dieser Zeit getroffen. Und das ist auch das besondere an dieser Filmerfahrung. Diese einzigartige Flucht in den Beginn einer neuen Zeit, die doch immer noch voll Mystik, Ungewissheit und scheußlicher Düsternis steckt, ist etwas wahrlich einzigartiges.
ENGLISH VERSION
We are in the year 1525. After years of shifting alliances, war breaks out again in Italy. On the Apennine Peninsula, the major European powers—led by Emperor Charles V and King Francis I of France—are fighting for influence and supremacy. With France's defeat at Pavia, the balance of power seems to have shifted in favor of the emperor.
But the growing power of the Habsburgs provokes resistance. In 1526, under the leadership of Pope Clement VII, the League of Cognac is formed, an alliance between the Papal States and France against Charles V. New military campaigns ravage the land, while imperial mercenary armies, lacking pay and supplies, increasingly lose discipline and rampage through the countryside, looting and pillaging. After their leader Frundsberg suffered a stroke and the death of commander-in-chief Charles de Bourbon, the now leaderless mercenaries demanded payment. This military and political escalation led them to march on Rome in 1527, culminating in the Sacco di Roma, the great plundering of Rome, an act of unparalleled violence.
The Profession of Arms takes place just before the point of no return, before the great madness that befell the mercenary armies. It is a time when the outcome of this conflict is still uncertain. The young but ambitious Giovanni De' Medici leads the papal troops, but after only a few clashes with the German landsknechts, the situation becomes increasingly hopeless. The fighting becomes increasingly gruesome and winter brings the men down to their knees. Before our eyes, the war becomes more and more advanced.
The film in general deals with the transition from late medieval mercenary warfare to early modern warfare, in particular the increasing importance of firearms and artillery, which replaced the traditional ideal of chivalry and personal bravery on the battlefield. Giovanni's wounding by a cannonball symbolizes this turning point in history immediately before the Sacco di Roma.
What really makes The Profession of Arms special is its atmosphere, its style, its appearance. It is very raw, feels intimate, authentic, and completely sobering. Castles emerge from the darkness, fog envelops the mercenaries' lances and flaconettes, and snow has settled everywhere on the bare branches. Despite the fact that the film was released in 2001, it seems as if it has already reached an incredibly advanced age, so aesthetic and authentic is it, so perfectly has it captured the atmosphere, practically the aura, of that time. And that is what makes this film experience so special. This unique escape into the dawn of a new era, which is still full of mysticism, uncertainty, and terrible darkness, is something truly unique.
GERMAN VERSION (english below)
Wir schreiben das Jahr 1525. Nach Jahren wechselnder Bündnisse flammt der Krieg um Italien erneut auf. Auf der Apenninenhalbinsel ringen die europäischen Großmächte – allen voran Kaiser Karl V. und der französische König Franz I. – um Einfluss und Vorherrschaft. Mit der Niederlage Frankreichs bei Pavia scheint das Kräfteverhältnis zugunsten des Kaisers entschieden.
Doch die wachsende Macht der Habsburger ruft Widerstand hervor. 1526 formiert sich unter Führung Papst Clemens’ VII. die Liga von Cognac, ein Bündnis des Kirchenstaates mit Frankreich gegen Karl V. Neue Feldzüge verwüsten das Land, während kaiserliche Söldnerheere mangels Sold und Versorgung zunehmend die Disziplin verlieren und ungezügelt, plündernd und brandschatzend durchs Lande ziehen. Nach einem Schlaganfall ihres Anführers Frundsberg, sowie dem Tod des Oberfeldherrn Charles de Bourbon, drängen die nunmehr führerlosen Söldner auf Entlohnung. Aus dieser militärischen und politischen Eskalation heraus marschieren sie 1527 auf Rom – es kommt zum Sacco di Roma, der großen Plünderung Roms, der die Auseinandersetzung in einem Akt beispielloser Gewalt kulminieren lässt.
The Profession of Arms spielt genau vor dem Kipppunkt, vor dem großen Wahnsinn, der die Söldnerheere befiel. Es ist eine Zeit, in der der Ausgang dieses Konfliktes noch nicht absehbar ist. Der Junge aber ambitionierte Giovanni De‘ Medici führt die päpstlichen Truppen an, doch schon nur nach einigen Scharmützeln mit den deutschen Landsknechten wird die Situation immer auswegloser. Der Kampf wird immer grausiger und der Winter zwingt die Männer in die Knie. Vor unseren Augen wird der Krieg immer moderner.
Der Film im Allgemeinen thematisiert den Übergang vom spätmittelalterlichen Söldnerwesen zur frühneuzeitlichen Kriegsführung, insbesondere die zunehmende Bedeutung von Feuerwaffen und Artillerie, die das traditionelle Ritterideal und die persönliche Tapferkeit auf dem Schlachtfeld verdrängen. Giovannis Verwundung durch eine Kanonenkugel symbolisiert diesen Epochenbruch unmittelbar vor dem Sacco di Roma.
Was The Profession of Arms wirklich besonders macht, ist seine Atmosphäre, sein Stil, sein Aussehen. Er ist ganz rau, wirkt hautnah, authentisch und vollkommen nüchtern. Burgen kommen hervor aus der Finsternis, Nebel hüllt sich um die Lanzen und Flaconette der Söldner und Schnee hat sich überall auf die dürren Äste gelegt. Trotz dessen, dass der Film im Jahre 2001 erschien, scheint es, als hätte er bereits ein unglaublich stolzes Alter erreicht, so ästhetisch und authentisch ist er, so sehr hat er die Atmosphäre, praktisch die Aura dieser Zeit getroffen. Und das ist auch das besondere an dieser Filmerfahrung. Diese einzigartige Flucht in den Beginn einer neuen Zeit, die doch immer noch voll Mystik, Ungewissheit und scheußlicher Düsternis steckt, ist etwas wahrlich einzigartiges.
ENGLISH VERSION
We are in the year 1525. After years of shifting alliances, war breaks out again in Italy. On the Apennine Peninsula, the major European powers—led by Emperor Charles V and King Francis I of France—are fighting for influence and supremacy. With France's defeat at Pavia, the balance of power seems to have shifted in favor of the emperor.
But the growing power of the Habsburgs provokes resistance. In 1526, under the leadership of Pope Clement VII, the League of Cognac is formed, an alliance between the Papal States and France against Charles V. New military campaigns ravage the land, while imperial mercenary armies, lacking pay and supplies, increasingly lose discipline and rampage through the countryside, looting and pillaging. After their leader Frundsberg suffered a stroke and the death of commander-in-chief Charles de Bourbon, the now leaderless mercenaries demanded payment. This military and political escalation led them to march on Rome in 1527, culminating in the Sacco di Roma, the great plundering of Rome, an act of unparalleled violence.
The Profession of Arms takes place just before the point of no return, before the great madness that befell the mercenary armies. It is a time when the outcome of this conflict is still uncertain. The young but ambitious Giovanni De' Medici leads the papal troops, but after only a few clashes with the German landsknechts, the situation becomes increasingly hopeless. The fighting becomes increasingly gruesome and winter brings the men down to their knees. Before our eyes, the war becomes more and more advanced.
The film in general deals with the transition from late medieval mercenary warfare to early modern warfare, in particular the increasing importance of firearms and artillery, which replaced the traditional ideal of chivalry and personal bravery on the battlefield. Giovanni's wounding by a cannonball symbolizes this turning point in history immediately before the Sacco di Roma.
What really makes The Profession of Arms special is its atmosphere, its style, its appearance. It is very raw, feels intimate, authentic, and completely sobering. Castles emerge from the darkness, fog envelops the mercenaries' lances and flaconettes, and snow has settled everywhere on the bare branches. Despite the fact that the film was released in 2001, it seems as if it has already reached an incredibly advanced age, so aesthetic and authentic is it, so perfectly has it captured the atmosphere, practically the aura, of that time. And that is what makes this film experience so special. This unique escape into the dawn of a new era, which is still full of mysticism, uncertainty, and terrible darkness, is something truly unique.