GERMAN VERSION (english below)
Die Operation Market Garden um den Herbstanfang 1944 gilt als eine der ambitioniertesten, aber auch umstrittensten alliierten Offensiven des Zweiten Weltkriegs. Sie zielte ursprünglich darauf ab, durch einen kühnen Vorstoß über die Niederlande den Rhein zu überqueren, das Ruhrgebiet zu umgehen und den Krieg im Westen möglicherweise noch im selben Jahr zu beenden. „Market“ steht bei dem Operationsnamen wohl für die Luftlandungen dreier alliierter Divisionen, jeweils bei den Städten Eindhoven, Nimwegen und Arnheim, wo wichtige Brücken gesichert werden sollten. „Garden“ steht dabei für einen schnellen Vorstoß britischer Bodentruppen entlang einer schmalen Vormarschroute („Hell’s Highway“), um diese Brücken nach und nach zu entsetzen.
Es traten jedoch enorme Schwierigkeiten auf, da die alliierte Führung Hinweise ignorierte oder relativierte, die auf starke deutsche Panzerverbände, insbesondere bei Arnheim deuteten. Die Annahme, dass die Deutsche Armee nur noch aus Alten und Kindern bestehen würde, dass man nur noch einen geschwächten Gegner zu bekämpfen hätte, erwies sich als fatale Fehleinschätzung. Dazu hing der Erfolg von einem exakten Zeitplan ab. Verzögerungen – etwa durch zerstörte Straßen, Staus oder deutsche Gegenangriffe – hatten unmittelbare und schwerwiegende Folgen.
Militärisch war Market Garden somit ein klarer Fehlschlag. Die Operation scheiterte letztendlich bei Arnheim – genauer gesagt an der Rheinbrücke von Arnheim und im Unvermögen, diese rechtzeitig dauerhaft zu halten und zu entsetzen. Das zentrale Ziel wurde verfehlt, wobei die alliierten Verluste zwischen 15000 bis 17000 Mann liegen. Zwar wurden Teile der Niederlande befreit, doch stand der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Der oft zitierte Satz „a bridge too far“, der eben auch Namensgeber dieses Spielfilms ist, fasst das Scheitern treffend zusammen. Es war eine militärische Operation, die viel zu großflächig geplant wurde und nicht im Verhältnis zur eigentlichen alliierten Stärke in Europa stand. Strategisch betrachtet verzögerte die Operation eher den Vormarsch der Alliierten, anstatt ihn entscheidend zu beschleunigen.
Der Film Die Brücke von Arnheim zeigt diese gewaltige Operation in ihrer Größe erstaunlich gut. Große Stars, wie Sean Connery, Michael Caine, Robert Redford, Anthony Hopkins oder Gene Hackman werden ganz intelligent eingesetzt, um allen Teilstreitkräften ein Gesicht zu geben und dieses große Chaos dieser Operation verständlich darzustellen und zu aller Überraschung funktioniert es hervorragend. Der Film, sowie sein historischer Kontext sind vielseitig und komplex, doch Richrad Attenborough hat mit diesem Films Geschichte geschrieben und nacherzählt.
Ob Amerikaner, Briten, Deutsche oder Niederländer; sie alle sind ganz erkennbar vertreten in diesem monumentalen und grausamen Abenteuer, wobei die einen in voller Pracht erscheinen und die anderen doch scheinbar etwas zu kurz kommen. Sicher macht es Sinn, dass von alliierter Ausrüstung mehr zu beschaffen ist für einen solchen Film, doch die deutschen Fahrzeuge sind wahrhaft so schlecht gealtert, dass es schon fast peinlich ist. Es erscheint wie zusammengeschustertes Gesocks; Leopard-1 Panzer der Bundeswehr werden etwas bearbeitet, um nun als Panther oder Panzer IV-Modelle durchzugehen. Ein wahrhaft peinlicher Versuch, wobei hier historische Präzision zugunsten filmischer Wirkung geopfert wird – wohl typisch für große Kriegsfilme dieser Zeit.
Im Endeffekt ist Die Brücke von Arnheim aber doch ein ziemlich erfolgreicher Film, der diese große Operation sachgemäß darstellt, obwohl er zahlreiche historische Ungenauigkeiten besitzt. In all seiner Monumentalität und Gewaltigkeit bleibt zusätzlich aber auch leider kein Platz für wirklich tiefgreifende Aspekte, die den Zuschauer erreichen würden. Er ist beeindruckend, aber durch seine Größe gelangt der Film nicht an irgend ein sonderlich hohes Maß an Tiefe.
ENGLISH VERSION***
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Operation Market Garden in early autumn 1944 is considered one of the most ambitious but also most controversial Allied offensives of World War II. Its original aim was to cross the River Rhine in a bold advance through the Netherlands, bypass the Ruhr region, and possibly end the war in the West before the end of the year. The "Market" in the operation's name refers to the airborne landings of three Allied divisions near the cities of Eindhoven, Nijmegen, and Arnhem, where important bridges were to be secured. "Garden" refers to a rapid advance by British ground forces along a thin route of advance ("Hell's Highway") to gradually secure these bridges.
However, enormous difficulties arose as the Allied leadership ignored or downplayed indications of strong German tank units, especially near Arnhem. The assumption that the German army no longer consisted of anything but old men and children, that they were only fighting a weakened enemy, proved to be a fatal miscalculation. In addition, success depended on a precise timetable. Delays – caused by destroyed roads, traffic jams, or German counterattacks – had immediate and serious consequences.
Militarily, Market Garden was thus a clear failure. The operation ultimately failed at Arnhem – more precisely, at the Rhine bridge in Arnhem and in the inability to hold it permanently and relieve the troops in time. The central objective was missed, with Allied losses ranging from 15,000 to 17,000 men. Although parts of the Netherlands were liberated, the effort was disproportionate to the result. The often-quoted phrase "a bridge too far," which also gives this feature film its name, accurately sums up the failure. It was a military operation that was planned on far too large a scale and was not in proportion to the actual Allied strength in Europe. From a strategic point of view, the operation delayed the Allied advance rather than decisively speeding it up.
The film A Bridge Too Far depicts this enormous operation in all its size remarkably well. Big stars such as Sean Connery, Michael Caine, Robert Redford, Anthony Hopkins, and Gene Hackman are used very intelligently to give a face to all the armed forces and to portray the great chaos of this operation in an understandable way, and to everyone's astonishment, it works excellently. The film, as well as its historical context, is multifaceted and complex, but Richard Attenborough made history with this film and retold it.
Whether American, British, German, or Dutch, they are all clearly represented in this monumental and gruesome adventure, with some appearing in all their glory and others seemingly getting a raw deal. It certainly makes sense that more Allied equipment is available for such a film, but the German vehicles have aged so badly that it's almost embarrassing. It looks like a cobbled-together mess; Leopard 1 tanks from the German Bundeswehr have been slightly modified to pass as Panther or Panzer IV models. A truly awkward attempt, sacrificing historical accuracy in favor of cinematic effect – typical of big war films of this era.
Ultimately, however, A Bridge Too Far is a fairly successful film that appropriately depicts this major operation, despite numerous historical inaccuracies. Unfortunately, in all its monumentality and grandeur, there is no room for truly profound aspects that would reach the viewer. It is impressive, but its size prevents the film from achieving any particularly high level of depth.
GERMAN VERSION (english below)
Die Operation Market Garden um den Herbstanfang 1944 gilt als eine der ambitioniertesten, aber auch umstrittensten alliierten Offensiven des Zweiten Weltkriegs. Sie zielte ursprünglich darauf ab, durch einen kühnen Vorstoß über die Niederlande den Rhein zu überqueren, das Ruhrgebiet zu umgehen und den Krieg im Westen möglicherweise noch im selben Jahr zu beenden. „Market“ steht bei dem Operationsnamen wohl für die Luftlandungen dreier alliierter Divisionen, jeweils bei den Städten Eindhoven, Nimwegen und Arnheim, wo wichtige Brücken gesichert werden sollten. „Garden“ steht dabei für einen schnellen Vorstoß britischer Bodentruppen entlang einer schmalen Vormarschroute („Hell’s Highway“), um diese Brücken nach und nach zu entsetzen.
Es traten jedoch enorme Schwierigkeiten auf, da die alliierte Führung Hinweise ignorierte oder relativierte, die auf starke deutsche Panzerverbände, insbesondere bei Arnheim deuteten. Die Annahme, dass die Deutsche Armee nur noch aus Alten und Kindern bestehen würde, dass man nur noch einen geschwächten Gegner zu bekämpfen hätte, erwies sich als fatale Fehleinschätzung. Dazu hing der Erfolg von einem exakten Zeitplan ab. Verzögerungen – etwa durch zerstörte Straßen, Staus oder deutsche Gegenangriffe – hatten unmittelbare und schwerwiegende Folgen.
Militärisch war Market Garden somit ein klarer Fehlschlag. Die Operation scheiterte letztendlich bei Arnheim – genauer gesagt an der Rheinbrücke von Arnheim und im Unvermögen, diese rechtzeitig dauerhaft zu halten und zu entsetzen. Das zentrale Ziel wurde verfehlt, wobei die alliierten Verluste zwischen 15000 bis 17000 Mann liegen. Zwar wurden Teile der Niederlande befreit, doch stand der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Der oft zitierte Satz „a bridge too far“, der eben auch Namensgeber dieses Spielfilms ist, fasst das Scheitern treffend zusammen. Es war eine militärische Operation, die viel zu großflächig geplant wurde und nicht im Verhältnis zur eigentlichen alliierten Stärke in Europa stand. Strategisch betrachtet verzögerte die Operation eher den Vormarsch der Alliierten, anstatt ihn entscheidend zu beschleunigen.
Der Film Die Brücke von Arnheim zeigt diese gewaltige Operation in ihrer Größe erstaunlich gut. Große Stars, wie Sean Connery, Michael Caine, Robert Redford, Anthony Hopkins oder Gene Hackman werden ganz intelligent eingesetzt, um allen Teilstreitkräften ein Gesicht zu geben und dieses große Chaos dieser Operation verständlich darzustellen und zu aller Überraschung funktioniert es hervorragend. Der Film, sowie sein historischer Kontext sind vielseitig und komplex, doch Richrad Attenborough hat mit diesem Films Geschichte geschrieben und nacherzählt.
Ob Amerikaner, Briten, Deutsche oder Niederländer; sie alle sind ganz erkennbar vertreten in diesem monumentalen und grausamen Abenteuer, wobei die einen in voller Pracht erscheinen und die anderen doch scheinbar etwas zu kurz kommen. Sicher macht es Sinn, dass von alliierter Ausrüstung mehr zu beschaffen ist für einen solchen Film, doch die deutschen Fahrzeuge sind wahrhaft so schlecht gealtert, dass es schon fast peinlich ist. Es erscheint wie zusammengeschustertes Gesocks; Leopard-1 Panzer der Bundeswehr werden etwas bearbeitet, um nun als Panther oder Panzer IV-Modelle durchzugehen. Ein wahrhaft peinlicher Versuch, wobei hier historische Präzision zugunsten filmischer Wirkung geopfert wird – wohl typisch für große Kriegsfilme dieser Zeit.
Im Endeffekt ist Die Brücke von Arnheim aber doch ein ziemlich erfolgreicher Film, der diese große Operation sachgemäß darstellt, obwohl er zahlreiche historische Ungenauigkeiten besitzt. In all seiner Monumentalität und Gewaltigkeit bleibt zusätzlich aber auch leider kein Platz für wirklich tiefgreifende Aspekte, die den Zuschauer erreichen würden. Er ist beeindruckend, aber durch seine Größe gelangt der Film nicht an irgend ein sonderlich hohes Maß an Tiefe.
ENGLISH VERSION***
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Operation Market Garden in early autumn 1944 is considered one of the most ambitious but also most controversial Allied offensives of World War II. Its original aim was to cross the River Rhine in a bold advance through the Netherlands, bypass the Ruhr region, and possibly end the war in the West before the end of the year. The "Market" in the operation's name refers to the airborne landings of three Allied divisions near the cities of Eindhoven, Nijmegen, and Arnhem, where important bridges were to be secured. "Garden" refers to a rapid advance by British ground forces along a thin route of advance ("Hell's Highway") to gradually secure these bridges.
However, enormous difficulties arose as the Allied leadership ignored or downplayed indications of strong German tank units, especially near Arnhem. The assumption that the German army no longer consisted of anything but old men and children, that they were only fighting a weakened enemy, proved to be a fatal miscalculation. In addition, success depended on a precise timetable. Delays – caused by destroyed roads, traffic jams, or German counterattacks – had immediate and serious consequences.
Militarily, Market Garden was thus a clear failure. The operation ultimately failed at Arnhem – more precisely, at the Rhine bridge in Arnhem and in the inability to hold it permanently and relieve the troops in time. The central objective was missed, with Allied losses ranging from 15,000 to 17,000 men. Although parts of the Netherlands were liberated, the effort was disproportionate to the result. The often-quoted phrase "a bridge too far," which also gives this feature film its name, accurately sums up the failure. It was a military operation that was planned on far too large a scale and was not in proportion to the actual Allied strength in Europe. From a strategic point of view, the operation delayed the Allied advance rather than decisively speeding it up.
The film A Bridge Too Far depicts this enormous operation in all its size remarkably well. Big stars such as Sean Connery, Michael Caine, Robert Redford, Anthony Hopkins, and Gene Hackman are used very intelligently to give a face to all the armed forces and to portray the great chaos of this operation in an understandable way, and to everyone's astonishment, it works excellently. The film, as well as its historical context, is multifaceted and complex, but Richard Attenborough made history with this film and retold it.
Whether American, British, German, or Dutch, they are all clearly represented in this monumental and gruesome adventure, with some appearing in all their glory and others seemingly getting a raw deal. It certainly makes sense that more Allied equipment is available for such a film, but the German vehicles have aged so badly that it's almost embarrassing. It looks like a cobbled-together mess; Leopard 1 tanks from the German Bundeswehr have been slightly modified to pass as Panther or Panzer IV models. A truly awkward attempt, sacrificing historical accuracy in favor of cinematic effect – typical of big war films of this era.
Ultimately, however, A Bridge Too Far is a fairly successful film that appropriately depicts this major operation, despite numerous historical inaccuracies. Unfortunately, in all its monumentality and grandeur, there is no room for truly profound aspects that would reach the viewer. It is impressive, but its size prevents the film from achieving any particularly high level of depth.