Nach der Sichtung von ROTER HIMMEL bin ich zwiegespalten. Rund achtzig Minuten gurkt Petzold umher, ehe er mit der letzten Viertelstunde Herzen zu zerreißen vermag.
Die Geschichte ist konventionell, ohne Frage, doch Petzold umhüllt eine klassische Geschichte um einen Autor, der sich von seiner eigenen Kunst entfremdet hat und eine neue Muse trifft, mit großartigen neuen Ideen - wenn da nicht manche Darsteller und Dialoge wären.
Als Totalausfall muss leider Thomas Schubert bezeichnet werden, der, sobald er eine Zeile spricht, wie ein Laiendarsteller wirkt. Auch Langston Uibel spielt allenfalls auf dem Niveau eines Schultheaters. Ein einzelner Hoffnungsfunken stellt hier das grandiose Schauspiel Paula Beers da, die ihre Kollegen nonchalant gegen die Wand spielt - chapeau!
Vieles, was beim Schauspiel nicht funktioniert, muss bei ROTER HIMMEL auch auf die oftmals sehr gestelzten und unnatürlichen Dialoge zurückgeführt werden. Etwas mehr Freiheit, Spontaneität und Gefühl hätten ihr Wunder bewirkt.
Wie gesagt tauchen diese Probleme hauptsächlich in den ersten achtzig Minuten auf. Erst die letzten fünfzehn offenbaren eine Virtuosität, wie man sie dem deutschen Film nicht mehr zutraut und die man allenfalls noch bei Dominik Grafs Meisterwerk FABIAN antraf.
Irgendwie ist diese Meta-Zweiteilung auch ironisch und reflektiert die Handlung des Films selbst: Der Autor, der über lange Strecken sein hingerotztes Buch für die neue literarische Offenbarung hält (oder eben auch nicht und gerade deswegen so übersäuert gegen seine soziale Umwelt handelt), bis eine wirkliche Katharsis ihn wieder den Wert seiner Kunst lehrt. Am Ende schreibt er ein ergreifendes Buch. Genauso ist auch ROTER HIMMEL selbst über weite Strecken mittelmäßig, bis er am Ende in einem fulminanten Finale den Reiz der Filmkunst bis ins Extreme auskostet.
Ich will auf jeden Fall mehr von Petzold sehen und wünsche mir mehr Zusammenarbeiten mit der grandiosen Paula Beer und mehr konventionelle Geschichten, die in ihrer Konventionalität wahre Tiefe offenbaren dürfen. Und wenn Petzold es noch schafft, die Schwächen aus ROTER HIMMEL auszubügeln, können wir uns auf gewaltiges deutsches Kino freuen.
Nach der Sichtung von ROTER HIMMEL bin ich zwiegespalten. Rund achtzig Minuten gurkt Petzold umher, ehe er mit der letzten Viertelstunde Herzen zu zerreißen vermag.
Die Geschichte ist konventionell, ohne Frage, doch Petzold umhüllt eine klassische Geschichte um einen Autor, der sich von seiner eigenen Kunst entfremdet hat und eine neue Muse trifft, mit großartigen neuen Ideen - wenn da nicht manche Darsteller und Dialoge wären.
Als Totalausfall muss leider Thomas Schubert bezeichnet werden, der, sobald er eine Zeile spricht, wie ein Laiendarsteller wirkt. Auch Langston Uibel spielt allenfalls auf dem Niveau eines Schultheaters. Ein einzelner Hoffnungsfunken stellt hier das grandiose Schauspiel Paula Beers da, die ihre Kollegen nonchalant gegen die Wand spielt - chapeau!
Vieles, was beim Schauspiel nicht funktioniert, muss bei ROTER HIMMEL auch auf die oftmals sehr gestelzten und unnatürlichen Dialoge zurückgeführt werden. Etwas mehr Freiheit, Spontaneität und Gefühl hätten ihr Wunder bewirkt.
Wie gesagt tauchen diese Probleme hauptsächlich in den ersten achtzig Minuten auf. Erst die letzten fünfzehn offenbaren eine Virtuosität, wie man sie dem deutschen Film nicht mehr zutraut und die man allenfalls noch bei Dominik Grafs Meisterwerk FABIAN antraf.
Irgendwie ist diese Meta-Zweiteilung auch ironisch und reflektiert die Handlung des Films selbst: Der Autor, der über lange Strecken sein hingerotztes Buch für die neue literarische Offenbarung hält (oder eben auch nicht und gerade deswegen so übersäuert gegen seine soziale Umwelt handelt), bis eine wirkliche Katharsis ihn wieder den Wert seiner Kunst lehrt. Am Ende schreibt er ein ergreifendes Buch. Genauso ist auch ROTER HIMMEL selbst über weite Strecken mittelmäßig, bis er am Ende in einem fulminanten Finale den Reiz der Filmkunst bis ins Extreme auskostet.
Ich will auf jeden Fall mehr von Petzold sehen und wünsche mir mehr Zusammenarbeiten mit der grandiosen Paula Beer und mehr konventionelle Geschichten, die in ihrer Konventionalität wahre Tiefe offenbaren dürfen. Und wenn Petzold es noch schafft, die Schwächen aus ROTER HIMMEL auszubügeln, können wir uns auf gewaltiges deutsches Kino freuen.