Netflix-Dokumentationen sollten mittlerweile ihr eigenes Genre bilden. Wieder wird ein dreieinhalb Jahre altes Drama mit einer mittelmässigen Faktenaufarbeitung neu aufgewärmt. Der einzige nennenswerte Unterschied: In Untold: Chess Mates kommen zum ersten Mal auch neue Standpunkte und Sichtweisen der Beteiligten zur Sprache.
Im Zentrum stehen die Betrugsvorwürfe, die Magnus Carlsen 2022 nach seiner Niederlage gegen Hans Niemann am renommierten Sinquefield Cup in den Raum warf und die der grösste Anbieter von Online-Schach, chess.com, anschliessend weiter befeuerte. In der Folge dieser unbewiesenen Anschuldigungen und der ausgesprochenen Spielsperre wurde Niemanns Schachkarriere für immer beschmutzt. Wie es mit ihr weitergeht und welche Konsequenzen Magnus Carlsen aus der Sache tragen muss, bleibt auch nach dem Ende der 74-minütigen Doku unklar.
Viel interessanter sind ohnehin die männlichen Egos, die hier ungefiltert zur Schau gestellt werden. Sowohl Niemann als auch Carlsen präsentieren sich in einer unausstehlichen Art und Weise. Ersterer suhlt sich in der Aussenseiterrolle, Letzterer inszeniert sich gleichzeitig als schlechter Verlierer und Unschuldslamm. An einer Stelle behauptet Carlsen sogar, von den chess.com-Verantwortlichen in die Irre geführt worden zu sein. Bei einem Telefonat direkt nach seinem Rückzug vom Sinquefield Cup hätten sie ihm versichert, über ausreichend Beweise für Niemanns Betrug zu verfügen. Beweise, die in diesem Mass nie vorlagen, schon gar nicht für die Partien am Brett.
Das Allerdreisteste ist jedoch der Auftritt von chess.com-CEO Erik Allebest und CCO Daniel Rensch. Sie reden sich um Kopf und Kragen, um irgendwie unbeschadet aus der Geschichte zu kommen, nur um wenige Momente später darüber zu lachen, wie viel Profit ihre Firma aus dem von ihnen mit befeuerten Skandal gezogen hat. Dass sie dabei beinahe die Karriere und das Leben eines damals 19-jährigen Schachspielers zerstört haben, vergessen sie in diesem Moment komplett.
Netflix-Dokumentationen sollten mittlerweile ihr eigenes Genre bilden. Wieder wird ein dreieinhalb Jahre altes Drama mit einer mittelmässigen Faktenaufarbeitung neu aufgewärmt. Der einzige nennenswerte Unterschied: In Untold: Chess Mates kommen zum ersten Mal auch neue Standpunkte und Sichtweisen der Beteiligten zur Sprache.
Im Zentrum stehen die Betrugsvorwürfe, die Magnus Carlsen 2022 nach seiner Niederlage gegen Hans Niemann am renommierten Sinquefield Cup in den Raum warf und die der grösste Anbieter von Online-Schach, chess.com, anschliessend weiter befeuerte. In der Folge dieser unbewiesenen Anschuldigungen und der ausgesprochenen Spielsperre wurde Niemanns Schachkarriere für immer beschmutzt. Wie es mit ihr weitergeht und welche Konsequenzen Magnus Carlsen aus der Sache tragen muss, bleibt auch nach dem Ende der 74-minütigen Doku unklar.
Viel interessanter sind ohnehin die männlichen Egos, die hier ungefiltert zur Schau gestellt werden. Sowohl Niemann als auch Carlsen präsentieren sich in einer unausstehlichen Art und Weise. Ersterer suhlt sich in der Aussenseiterrolle, Letzterer inszeniert sich gleichzeitig als schlechter Verlierer und Unschuldslamm. An einer Stelle behauptet Carlsen sogar, von den chess.com-Verantwortlichen in die Irre geführt worden zu sein. Bei einem Telefonat direkt nach seinem Rückzug vom Sinquefield Cup hätten sie ihm versichert, über ausreichend Beweise für Niemanns Betrug zu verfügen. Beweise, die in diesem Mass nie vorlagen, schon gar nicht für die Partien am Brett.
Das Allerdreisteste ist jedoch der Auftritt von chess.com-CEO Erik Allebest und CCO Daniel Rensch. Sie reden sich um Kopf und Kragen, um irgendwie unbeschadet aus der Geschichte zu kommen, nur um wenige Momente später darüber zu lachen, wie viel Profit ihre Firma aus dem von ihnen mit befeuerten Skandal gezogen hat. Dass sie dabei beinahe die Karriere und das Leben eines damals 19-jährigen Schachspielers zerstört haben, vergessen sie in diesem Moment komplett.