Munch geht eigene WegeWie der Künstler, so der Film.
Immer wieder verwebt Regisseur Dahlsbekken Kunst, Künstler und Film; und schafft so mit etwas Interpretation einen Metakommentar auf sich selbst.
Storytime:
Selten habe ich mich wieder so gefühlt wie damals. Es dürfte die zehnte oder elfte Klasse gewesen sein, als wir im örtlichen Theater eine Neuinterpretation von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ sahen.
Auch hier waren meine Erwartungen nicht besonders hoch, Goethes Stoff wirkte alt und der Plot blieb unerwartet flach.
Doch mit einer Sache riss das Junge Ensemble mich wirklich mit und zog mich in ihren Bann: die einzigartige, immersive und interpretatorisch aufgeladene Inszenierung.
Bühnenbilder, Licht- und Schattenspiel, Lichteffekte und das Arbeiten mit Vorstellungskraft der Zuschauer:innen erzählten den eigentlichen Plot Werthers, der sich in der tatsächlichen Handlung kaum weiter bewegt hatte. So wurde dieses kleine Stück zu meiner ganz persönlichen Messlatte in Sachen Theater - bis heute unerreicht btw ;)
Aus diesem Grund fasziniert mich diese Art der Inszenierung bis heute. Genau so etwas habe ich mit
Munch wieder bekommen.
Perfekt ist der Film aus diesem Grund natürlich nicht. So wirkt er trotz einer nicht sehr kurzen Lauflänge am Ende untererklärt, lückenhaft und unrund. Zwar schätze ich, dass ich nicht einen verfilmten Wikipedia-Artikel bekommen habe, aber am Ende weiß man leider nicht viel mehr über Edward Munch, als das, was man vorher schon wusste.
(in meinem Fall: nichts 🫡)